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Leopoldina: Alternde Gesellschaft zum Politik-Schwerpunkt machen

Die Geburtenzahl sinkt, die Lebenserwartung steigt. Höchste Zeit, so der Appell der Nationalen Wissenschaftsakademie, die Überalterung der Gesellschaft zum Schwerpunktthema zu machen.

Die künftige Bundesregierung muss nach Ansicht der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina eine Überalterung der Gesellschaft zum politischen Schwerpunktthema machen. Die niedrige Geburtenrate bei steigender Lebenserwartung erfordere großen Anpassungsbedarf in Pflege und Gesundheit, den sozialen Sicherungssystemen und auf dem Arbeitsmarkt, heißt es in einem Diskussionspapier der Wissenschaftsakademie am Donnerstag. In den vergangenen Jahren sei die sogenannte Demografiepolitik wenig koordiniert und gesteuert worden.

Der demografische Wandel sollte aus Sicht der Wissenschaftler vor allem auf der Ebene sozialer Gruppen gestaltet werden – hier brauche es konkrete Angebote. Der “einseitige Blick auf die gesamtgesellschaftliche Ebene”, etwa auf den Fachkräftemangel, oder auf die “rein individuelle Ebene” wie die der Pflegebedürftigkeit reiche nicht. Letztlich gehe es um den Aspekt des “gesunden Alterns” in der Gesellschaft.

Die Autoren schlagen daher vor, im Bundesinnenministerium einen Regierungsausschuss einzurichten, um eine bessere ressortübergreifende Zusammenarbeit in der Demografiepolitik sicherzustellen, Expertise zu bündeln und politische Entscheidungen zu koordinieren. Darüber hinaus könnte die Zukunftsstrategie aus dem Bundesbildungsministerium fortgeschrieben und um den Schwerpunkt Demografie ergänzt werden. Auch brauche es mehr interdisziplinäre Forschung zum Thema Demografie und eine bessere Datenbasis.