Der Bayerische Realschullehrerverband zeigt sich offen für ein gesetzliches Mindestalter für die Nutzung von sozialen Netzwerken. Ein solches Mindestalter könnte „ein denkbarer und sinnvoller Ansatz“ sein, um Kinder und Jugendliche vor den Folgen eines „zu frühen oder unkontrollierten Einstiegs in die Welt der sozialen Medien zu schützen“, teilte der Lehrerverband am Donnerstag in München mit. Gleichwohl gehe es nicht um „Verbote um jeden Preis“. Wichtig sei auch die verstärkte Vermittlung von Medienkompetenzen.
Der Lehrerverband verwies auf verschiedene Studien, die immer mehr Jugendlichen einen problematischen Umgang mit sozialen Medien bescheinigen. Die Folgen seien mitunter Essstörungen, Mobbing, Depressionen oder Angstzustände. Eine besondere Verantwortung sieht der Realschullehrerverband bei den Betreibern sozialer Netzwerke. Algorithmen, die ganz gezielt „auf eine maximale Verweildauer und Interaktion in Echokammern und Filterblasen abzielen“, trügen ganz erheblich zur problematischen Nutzung sozialer Medien bei, hieß es.
Digitale Endgeräte und deren Nutzung dürfe deshalb aber weder verteufelt noch verherrlicht werden. Sie gehörten auch in den Unterricht, „wenn sie für die Vermittlung der Inhalte erforderlich sind“. (00/0229/23.01.2025)