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Laumann: Inklusion als Baustein gegen Fachkräftemangel

NRW-Arbeits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) sieht bei der Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben noch Luft nach oben. 2021 seien in NRW lediglich 53 Prozent der Menschen mit Beeinträchtigungen im Alter von 18 bis 64 Jahren erwerbstätig gewesen, teilte Laumann am Donnerstag in Düsseldorf bei der Vorstellung des Teilhabeberichts mit. Dabei sei Inklusion ein wichtiger Baustein beim Weg aus der Fachkräftekrise: „Grundsätzlich, aber gerade auch in Zeiten des Arbeits- und Fachkräftemangels dürfen wir das Potenzial von Menschen mit Beeinträchtigungen nicht ungenutzt lassen.“

Viele Menschen mit Behinderungen hätten eine gute Ausbildung, unterstrich der Minister. „Offene Stellen und Menschen mit Beeinträchtigungen zusammenzubringen, kann daher gleichermaßen ein Gewinn für die Beschäftigten wie auch für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sein.“ Laumann verwies zudem auf Unterstützungsmöglichkeiten bei der Beschäftigung von Menschen mit Beeinträchtigungen.

Der zweite „Teilhabebericht Nordrhein-Westfalen“ dokumentiert den Stand der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Nordrhein-Westfalen und soll den Angaben zufolge als Grundlage der weiteren Gestaltung der Inklusionspolitik dienen. Danach lebten im Jahr 2021 in NRW rund 3,24 Millionen Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen, dies entspricht einem Anteil von 18 Prozent an der Gesamtbevölkerung. Etwa 2,3 Millionen Menschen haben eine anerkannte Schwerbehinderung.

Im Detail beleuchtet der Bericht die Lebensbereiche Familie und soziales Netz, Bildung und Ausbildung, Arbeit und materielle Lebenssituation, Wohnen, öffentlicher Raum, Mobilität, Digitalisierung, Gesundheitsversorgung, Selbstbestimmung und Schutz der Person, Freizeit, Kultur und Sport, politische und zivilgesellschaftliche Partizipation. Ausgewertet wurden dafür den Angaben zufolge amtliche Sozialstatistiken, Statistiken der Leistungsträger, allgemeine Bevölkerungsumfragen sowie erstmals auch Daten der „Repräsentativbefragung zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen“.