Ehrenamt

Landeskirche stärkt Seelsorge von Jugendlichen für Jugendliche

Kinder und Jugendliche suchen oft Trost und Hilfe bei Teamern. Deshalb werden sie nun in Seelsorge geschult. Ein Modell, das Schule machen soll.

Bei Problemen brauchen Jugendliche eine gezielte Ansprache

Hannover. Die Landeskirche Hannovers will künftig junge Ehrenamtliche in der kirchlichen Jugendarbeit für seelsorgliche Herausforderungen schulen. Dafür haben das Zentrum für Seelsorge und Beratung in Hannover und das Landesjugendpfarramt ein Werkstattheft unter dem Titel „Was tun, wenn jemand weint?“ vorgestellt, wie das Zentrum dem epd mitteilte. Mithilfe des Schulungsmoduls sollen jugendliche Teamer ab 16 Jahren dazu befähigt werden, seelsorgerliche Situationen zu erkennen, eine empathische Haltung zu entwickeln und eigene Grenzen zu erkennen. Initiiert haben das Projekt der Referent für schulkooperative Arbeit im Haus kirchlicher Dienste, Pastor Marco Kosziollek, und Pastorin Petra Eickhoff-Brummer, die landeskirchliche Beauftragte für systemische Seelsorge.

„Teamer haben uns gesagt, dass Kinder und Jugendliche oft Trost oder Hilfe bei ihnen suchen und sie dafür mehr Handwerkszeug brauchen“, erläuterte Eickhoff-Brummer. Die Theologin ist überzeugt, dass auch junge Ehrenamtliche seelsorgerliche Aufgaben übernehmen können. „Sie sind häufig der erste Anlaufpunkt für Gleichaltrige und kennen sich oft besser als mancher Erwachsene in der Erfahrungswelt von Jugendlichen und Kindern aus“, ergänzte Kosziollek. Junge Menschen bräuchten Bestärkung darin, innere und äußere Grenzen zu kennen und zu respektieren. Ziel der Schulung sei es daher, sie zum Wahrnehmen und Zuhören sowie zur Reflexion des eigenen seelsorglichen Handelns und der eigenen Gefühle anzuleiten.

Eigene Schwächen erkennen

„Die Jugendlichen sollen sich nicht verbiegen, sondern als die, die sie sind, auf andere zugehen“, betonte der Pastor. Daher sollen die Teamer auch dazu angeleitet werden, achtsam die eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen. Zudem sollen sie lernen, authentisch und selbstbewusst auf jemanden zuzugehen, der in Not ist. Es gehe darum, den Einzelnen in seiner Einzigartigkeit zu sehen und anzunehmen, auch wenn es nicht für jedes Problem gleich eine Lösung gebe, sagte Eickhoff-Brummer. „Eine solche Zuwendung macht einen Unterschied wie Tag und Nacht. Darin spiegelt sich auch der Glaube daran wider, dass Gott jeden Einzelnen sieht und annimmt.“

Das Schulungsmodul soll unter anderem in der Jugendleiter-Ausbildung der Kirchenkreisjugenddienste zum Einsatz kommen. Ein Aufbaumodul, das Methoden der Gesprächsführung vermittelt, soll im Sommer veröffentlicht werden. Nach Angaben des Landesjugendpfarramtes engagieren sich etwa 15.000 Jugendliche als Teamer in der landeskirchlichen Kinder- und Jugendarbeit. (epd)

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