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Landesbischof fordert Rücknahme von Migrationsverschärfungen

Appell an die Bundesregierung: Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland kritisiert die Migrationspolitik der Bundesregierung. Landesbischof Kramer nennt konkrete Forderungen.

Der Evangelische Kirche in Mitteldeutschland hat die Bundesregierung aufgerufen, Verschärfungen in der Migrationspolitik zurückzunehmen. Vor Journalisten forderte Landesbischof Friedrich Kramer am Mittwochabend in Halle eine Wiederaufnahme von eingestellten Aufnahmeprogrammen für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge, wie etwa das NesT-Programm. Er kritisierte die Aussetzung des Familiennachzugs und mahnte eine zügige Klärung der Einreisefragen der afghanischen Flüchtlinge an, die eine Aufnahmezusage für Deutschland haben.

Kramer verwies auf eine “extreme Zunahme der Flüchtlingsproblematik weltweit” und erklärte: “Umso wichtiger ist es, dass auf die Menschenwürde geguckt wird. Das alles wird, wenn die Aufnahmeprogramme eingestellt werden, unmöglich.” Sie seien nötig, um den Blick auf die Humanität nicht zu verlieren. “Wir können diese riesigen Flüchtlingsprobleme nicht alle lösen”, räumte der Landesbischof ein, aber auch kleine Schritte seien wichtig: “Es geht darum, die eigene Mitmenschlichkeit nicht zu verlieren. Für uns Christen ist klar: Ich bin fremd gesehen, ihr habt mich aufgenommen – das ist christliche DNA und unverhandelbar.”