Kunstmuseum Stuttgart kauft Stadtansicht von Nägele

Nach 20 Jahren als Leihgabe hat das Kunstmuseum Stuttgart ein bedeutendes Gemälde von Reinhold Nägele erworben. Das Werk aus dem Jahr 1930 trägt den Titel „Aussicht vom Bahnhofsturm auf die nächtliche Königstraße und Umgebung“, wie die Kulturstiftung der Länder am Donnerstag mitteilte.

Das Gemälde zeigt den Angaben zufolge Stuttgart zur Zeit der Weimarer Republik in einem neusachlichen Stil. Aus der Perspektive des damals neu fertiggestellten Bahnhofsturms fing der Maler das moderne Leben auf der Königstraße ein. Leuchtreklamen, Autoscheinwerfer und neue Gebäude wie der Tagblattturm prägen die nächtliche Szenerie. Das Bild gilt als Gegenstück zu einer bereits im Museum vorhandenen Tagesansicht desselben Motivs von Nägele.

Reinhold Nägele (1884-1972) war Mitbegründer der Künstlervereinigung „Stuttgarter Sezession“. Während der NS-Zeit wurde er mit einem Berufsverbot belegt, weil seine Frau jüdischer Herkunft war. 1939 wanderte das Paar in die USA aus. Nach dem Tod seiner Frau kehrte Nägele 1963 nach Deutschland zurück. Das Kunstmuseum Stuttgart besitzt mehr als 100 seiner Werke.

Die Kulturstiftung der Länder unterstützte den Ankauf mit 40.000 Euro. Weitere finanzielle Mittel stellten die Wüstenrot Stiftung und die Peter Linder Stiftung bereit. (2986/20.11.2025)

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