Die Verhüllung des Reichstagsgebäudes und anderer Bauten weltweit ist legendär. Eine Ausstellung zeigt nun nicht realisierte Projekte der Künstler Christo und Jeanne-Claude – auch einen Entwurf vom verpackten Kölner Dom.
Mit den nicht verwirklichten Projekten der Verhüllungskünstler Christo und seiner Frau Jeanne-Claude befasst sich eine Ausstellung in Münster. Das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster zeigt vom 4. April bis 28. Juni die Schau “Christo und Jeanne-Claude: un|realisiert”. Gezeigt werden 100 Arbeiten aus 60 Jahren, darunter Originalzeichnungen, Collagen und Filmmaterial, wie das Museum am Montag mitteilte. Den publikumswirksamen Großprojekten der beiden Künstler stünden mehr als doppelt so viele Vorhaben entgegen, deren Umsetzung gescheitert sei.
Die Ausstellung wird den Angaben zufolge von Matthias Koddenberg kuratiert, selbst Münsteraner, enger Freund von Christo und Jeanne-Claude und über 20 Jahre lang Teil ihrer “Arbeitsfamilie”. Vor allem in Christos und Jeanne-Claudes druckgrafischem Werk nähmen die unrealisierten Projekte einen großen Platz ein. Die Objekte stammten aus dem Bestand der Christo and Jeanne-Claude Foundation in New York. Weitere Leihgaben aus privaten und öffentlichen Sammlungen gewährten einen umfassenden Einblick in die Schaffenskraft der Künstler, die für die Realisierung ihrer Projekte oft jahrzehntelang gegen technische, rechtliche und administrative Hürden gekämpft hätten.
Christo und Jeanne-Claude wurden am selben Tag – am 13. Juni 1935 – geboren: Er in Gabrovo in Bulgarien, sie in Casablanca in Marokko. Beide starben in New York City, wohin sie 1964 gezogen waren: Jeanne-Claude im Jahr 2009, Christo 2020. Im Jahr 1995 verpackte das Paar nach zwei Jahrzehnten Vorarbeit das Reichstagsgebäude in Berlin. Zur 100-Jahr-Feier der Fertigstellung des Kölner Domes 1980 erstellte Christo eine Zeichnung, wie die verhüllte Kathedrale aussehen könnte.