Altern als wertvollen Teil der Stadtgeschichte: In der Europäischen Kulturhauptstadt Chemnitz zeigt eine multimediale Ausstellung der Kirchen junge Menschen im Gespräch mit Senioren über Lebensbrüche und Hoffnungen.
Wenn Kinder und Jugendliche mit Senioren über Lebensbrüche in Dialog kommen: Die Kulturkirche Chemnitz präsentiert im Rahmen des Europäischen Kulturhauptstadt-Jahres ab Sonntag die multimediale Ausstellung "History of Citizens - Stadtbiografien". Zu sehen sind rund 100 Video-Interviews von Jugendlichen mit älteren Menschen über deren Leben und Hoffnungen, insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg und der Wende 1989. Grundschüler haben zu diesen Gesprächen Bilder und Collagen angefertigt. Zudem sind Porträts der Senioren zu sehen, die der Fotograf Andreas Seifert gemacht hat. Die Schau ist bis zum 27. November im Garagencampus zu sehen. Der Eintritt ist frei.
"Wir wollen mit diesem Generationen übergreifenden Projekt die Wert und Würde des Alters herausstellen", erläuterte die Beauftragte der katholischen Kirche für die Europäische Kulturhauptstadt Chemnitz 2025, Ulrike Lynn, am Donnerstag. Es solle gezeigt werden, dass Alter weder ein Tabuthema noch ein Makel ist. "Entstanden sind persönliche Porträts, die das Altern als wertvollen Teil der Stadtgeschichte zeigen." Chemnitz gehöre europaweit zu den Regionen mit dem höchsten Altersdurchschnitt. In den Gesprächen habe sich auch gezeigt, dass der Glaube über Lebenskrisen hinweghelfen können und ein Faktor für Resilienz ist.
Gut ein Jahr liefen die Vorbereitungen mit Schülerinnen und Schülern der 9. und 10. Klassen aus Chemnitz und der Region sowie aus den Partnerkulturhauptstädten Nova Gorica (Slowenien) und Gorizia (Italien). Kinder der vierten Klassen zweier Chemnitzer Schulen setzten die gehörten Geschichten anschließend künstlerisch um. An mehreren interaktiven Video-Stationen können Besucher auswählen, ob sie die Interviews mit einzelnen Senioren in voller Länge oder als Zusammenschnitt sehen wollen oder auch nach Region und Alter filtern.