Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel hat am Freitag die angekündigten Zollmaßnahmen der USA gegen die Ölversorgung Kubas als „kriminell“ bezeichnet. Die neue Maßnahme zeige die Natur der in den USA regierenden Clique, welche „die Interessen des amerikanischen Volkes für rein persönliche Zwecke missbraucht“, erklärte Díaz-Canel auf der Internetplattform X. Zugleich stellte er Äußerungen von Außenminister Marco Rubio und anderen US-Politikern infrage, es gebe keine wirtschaftliche Blockade gegen Kuba.
US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag einen nationalen Notstand wegen einer angeblichen Sicherheitsbedrohung durch Kuba ausgerufen. Zudem erhob Trump Zölle auf Waren aus Ländern, die Erdöl an Kuba verkaufen. Gemäß der US-Regierung soll diese Maßnahme die nationale Sicherheit der USA schützen.
Seit 2025 wurde Mexiko wichtigster Erdöllieferant Kubas. Nach der Bombardierung Venezuelas durch das US-Militär soll Berichten zufolge auch Mexiko die Öllieferungen nach Kuba aufgrund des Drucks aus Washington eingestellt haben. Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum bestritt jedoch, dass die Erdöl-Lieferungen nach Kuba endgültig eingestellt worden seien.
Auch stellte sie klar, dass die humanitäre Hilfe für die Karibikinsel fortgesetzt werde und dass künftige Entscheidungen auf der Grundlage der eingereichten Anträge getroffen würden. Kubas heimische Erdölindustrie deckt rund 40 Prozent des täglichen Bedarfs, der Rest muss importiert werden. Aufgrund der verschärften Blockade der USA kommt es auf Kuba schon seit Monaten zu massiven Stromausfällen.