Nicht mehr so viele wie im Rekordjahr, aber immer noch reichlich: Über 600.000 Anträge auf Kinderkrankengeld gingen 2023 bei der TK ein. Dabei gibt es eine deutliche Differenz zwischen Vätern und Müttern.
Die Zahl der Anträge auf Kinderkrankengeld ist nach Krankenkassenangaben im vergangenen Jahr zurückgegangen. Wie die Techniker Krankenkasse (TK) am Montag in Hamburg mitteilte, gingen bei ihr rund 605.000 Anträge ein, etwa 11 Prozent weniger als im Vorjahr. Dieses war mit rund 682.000 Anträgen zudem ein Rekordjahr. Dennoch liege die Zahl der Anträge im vergangenen Jahr noch gut 18 Prozent über 2021 und sogar 71 Prozent über 2020, hieß es.
Laut TK beantragen weiterhin mehrheitlich Frauen Kinderkrankengeld. So stammten 70 Prozent der Anträge im vergangenen Jahr von Müttern.
Keine Rolle bei der Auswertung gespielt hat demnach das pandemiebedingte Kinderkrankengeld, das zur Betreuung von Mädchen und Jungen aufgrund von geschlossenen Schulen oder Kitas eingeführt worden war. Dieses lief im April 2023 aus. Bis dahin seien nur knapp 6.000 Anträge dafür eingereicht worden, im Vergleich zu rund 300.000 im Jahr 2021, so die TK.
Die Bundesregierung plant für dieses Jahr Erleichterungen: So können nach Ablauf von Corona-Sonderregeln in den Jahren 2024 und 2025 Elternteile 15 Kinderkrankengeldtage pro Kind beziehen statt wie vor der Pandemie noch 10. Die Gesamtzahl der jährlichen Anspruchstage steigt in diesen zwei Jahren auf 35 - unabhängig von der Anzahl der Kinder. Zudem erhalten Versicherte ab Januar einen Anspruch auf Kinderkrankengeld, wenn und solange die Mitaufnahme eines Elternteils bei stationärer Behandlung des versicherten Kindes aus medizinischen Gründen notwendig ist. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will außerdem eine telefonische Freistellung für Eltern von der Arbeit für die Pflege kranker Kinder einführen.