Deutschland hat sich im Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) 2025 von Transparency International um fünf Plätze im Vergleich zum Vorjahr auf den zehnten Rang verbessert. Die Bundesrepublik erhielt mit 77 von 100 möglichen Punkten zwei mehr als 2024, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Bericht der Nichtregierungsorganisation hervorgeht. Dennoch kein Grund zu Optimismus, sagt die Vorsitzende von Transparency Deutschland, Alexandra Herzog.
Dass Deutschland im Ranking aufgestiegen sei, liege vor allem daran, dass andere Länder wie Australien, Irland und Uruguay sich verschlechtert hätten, erläuterte Herzog. „Wir sehen im Zehn-Jahres-Vergleich, dass Deutschland vier Punkte verliert“, sagte sie dem Radiosender WDR 5. „Das zeigt uns an, dass Deutschland in der Korruptionsbekämpfung zurückfällt.“
Trotz einiger Fortschritte sei Transparency mit Blick auf die aktuelle Politik skeptisch, betonte Herzog. „Denn unter dem Schlagwort Bürokratieabbau werden wichtige Instrumente der Korruptionsprävention geschwächt.“ Das betreffe etwa die öffentliche Vergabe von Aufträgen. Wenn diese ohne offenen Wettbewerb passiere und die Transparenz eingeschränkt sei, dann erhöhe sich das Risiko für Korruption. „Und eben gerade in Anbetracht der Milliarden an neuen Sondervermögen bräuchten wir hier also mehr Kontrolle und nicht weniger“, sagte die Vorsitzende dem WDR.
An der Spitze des Rankings steht zum achten Mal in Folge Dänemark (89 Punkte), gefolgt von Finnland und Singapur. Auf dem letzten Platz mit jeweils neun Punkten liegen Südsudan und Somalia. Der globale Durchschnitt lag bei 42 Punkten – der niedrigste Wert seit mehr als zehn Jahren. Seit 2012 hätten nur 31 Länder ihren Korruptionswert verbessert, während sich 50 verschlechtert hätten.
Nach Angaben von Transparency International wurde der CPI aus 13 Einzelindizes von unabhängigen Institutionen gebildet. Insgesamt wurden 182 Länder untersucht.