Kopten stoppen Dialog mit Rom wegen Homosexuellen-Segnung

Die vatikanische Grundsatzerklärung zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare geht manchen nicht weit genug; in Afrika und bei orthodoxen Kirchen stößt sie jedoch massiv auf Widerstand. So auch bei den Kopten in Ägypten.

Die koptische Kirche hat entschieden, den theologischen Dialog mit der katholischen Kirche auszusetzen. Die Entscheidung der koptisch-orthodoxen Synode vom 7. März stehe im Zusammenhang mit der vatikanischen Grundsatzerklärung zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare, berichtet das Online-Portal „Crux“.

Nach Beratungen mit den orientalisch-orthodoxen Schwesterkirchen sei beschlossen worden, „die Ergebnisse des Dialogs seit seinem Beginn vor 20 Jahren neu zu bewerten und neue Vorgaben und Mechanismen für einen künftigen Dialog festzulegen“, zitiert das Portal aus dem Beschluss des mit Bischöfen und Äbten besetzten Leitungsgremiums der koptisch-orthodoxen Kirche.

In der Mitteilung der Synode nach ihrer Vollversammlung im ägyptischen Wadi al-Natrun bekräftigte die koptische Kirche ihre eindeutige Ablehnung „aller Formen homosexueller Beziehungen“. Wörtlich hieß es: „Die Kirche betrachtet jede Segnung solcher Beziehungen, gleich welcher Art, als Segen für die Sünde, und dies ist inakzeptabel.“ An der vom koptisch-orthodoxen Papst-Patriarchen Tawadros II. geleiteten Versammlung nahmen demnach 110 Mitglieder des Synods teil.

Die koptische und die römisch-katholische Kirche stehen seit 1973 in regelmäßigem theologischen Dialog. Zuletzt hatte Kopten-Papst Tawadros im Mai 2023 Papst Franziskus im Vatikan getroffen.

Erst kürzlich übte auch die russisch-orthodoxe Kirche massive Kritik an der im Dezember vom Vatikan veröffentlichten Erklärung „Fiducia supplicans“. Der Vorsitzende der biblisch-theologischen Kommission des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion (Alfejew), sprach gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Nowosti von einer „sehr ernsten Abkehr von den christlichen moralischen Normen“.

Das am 18. Dezember vom Vatikan veröffentlichte Dokument, in dem das Glaubensdikasterium erstmals einer formlose Segnung von Menschen in gleichgeschlechtlichen Beziehungen, aber auch von unverheirateten oder wiederverheirateten Paare erlaubte, hat auch innerhalb der katholischen Kirche in vielen Ländern eine heftige Debatte ausgelöst. Unter anderem stellten sich die afrikanischen Bischofskonferenzen mit großer Mehrheit dagegen.

Papst Franziskus verteidigte den Schritt. „Ich segne keine ‚homosexuelle Ehe‘, ich segne zwei Menschen, die sich lieben, und ich bitte sie auch, für mich zu beten“, erklärte er etwa im Februar im Interview der italienischen Zeitschrift „Credere“.