Der Musiker Konstantin Wecker ist 78 Jahre alt. In diesem Alter rückt das Thema Sterben nahe. Doch der Künstler ist sich sicher: Der Tod ist nicht das Ende.
Der Münchner Liedermacher Konstantin Wecker (78) sieht sich als gläubigen Menschen. Er sei sich zum Beispiel sicher, dass der irdische Tod nicht das Ende sei, sagte Wecker der "Augsburger Allgemeinen" vom Dienstag. "Ich glaube, es geht irgendwas weiter. Denn es gibt ja auch die Zeitlosigkeit. Ich hatte ja selbst schon Nahtoderfahrungen." Wecker ergänzte, ihm sei einmal sein verstorbener Vater begegnet. Er habe ihn dann gefragt, warum die Menschen auf der Welt seien. "Diese Frage hat mich schon als Kind beschäftigt. Mein Vater durfte mir allerdings nicht antworten."
Wecker fügte hinzu: "Ich glaube aber, es wird irgendwann eine Antwort geben, sozusagen in einem Bereich, wenn sich die Frage nicht mehr stellt."
Auf die Frage, warum es für den Menschen so schwer sei, in Liebe zu leben, antwortete der Künstler: "Ich weiß auch nicht, was der Sinn dahinter ist. Die Buddhisten haben mit dem Karma darauf vielleicht eine Antwort." Am Karma müsse man arbeiten, um besser zu werden. "Die Idee gefällt mir. Als ein aus der Kirche Ausgetretener, der mit der dogmatischen Moral aller Kirchen nichts zu tun haben will, kann ich heute sagen: Ich habe inzwischen zu Gott wieder einen Zugang gefunden. Das ist ein wunderbarer Gedanke."
Außerdem erzählte Wecker, dass er an einer neurologischen Krankheit leide. "Ich kann tatsächlich seit geraumer Zeit nicht mehr Klavier spielen, weil ich die Finger nicht mehr richtig bewegen kann." Der Musiker ergänzte: "Für mich ist das große Problem, dass ich 70 Jahre lang drei Stunden Klavier gespielt habe. Wohl gemerkt, nicht geübt, sonst wäre aus mir vielleicht ein herausragender Pianist geworden", so Wecker. Und weiter: "Aber ich habe komponiert und am Flügel auch meditiert. Das fehlt mir sehr. Ich versuche, diesen Verlust spirituell zu verarbeiten. Ich frage mich beispielsweise, warum mich das trifft. Einher geht damit auch eine Form von Schwermut."
Die Schwermut gehöre zum Leben. "Ohne die Schwermut würden wir nie Zugang zu unserem Selbst finden."