Kommunale Spitzenverbände gegen Böllerverbot zu Silvester

Stattdessen plädiert der Hauptgeschäftsführer für „Apelle an die Vernunft“. Mediziner und Tierschützer fordern seit Jahren, auf Böller zu verzichten.

Bölllerei zu Silvester ist eine umstrittene Tradition
Bölllerei zu Silvester ist eine umstrittene TraditionImago / Marius Schwarz

Die kommunalen Spitzenverbände haben sich gegen ein generelles Böllerverbot ausgesprochen. „Ein generelles Verbot von Silvesterfeuerwerk ist aus Sicht der Städte nicht notwendig“, sagte Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages dem Redaktions-Netzwerk Deutschland. Die Verbände plädieren stattdessen für „Appelle an die Vernunft“. Humanmediziner sowie Tier- und Umweltschützer fordern regelmäßig ein solches Verbot, um Belastungen für beispielsweise alte Menschen und Tiere zu vermeiden.

„Wir haben allerdings beim Bund angeregt, Tier- und Naturschutz stärker in der Sprengstoffverordnung zu verankern“, sagte er. „Tierparks, Tierheime sowie Natur- und Landschaftsschutzgebiete müssen in den Katalog der Orte aufgenommen werden, in deren Nähe das Abbrennen von Pyrotechnik verboten ist.“ Wie Dedy weiter sagte, gebe es gute Gründe auf Feuerwerk zu verzichten, etwa weniger Lärm und Feinstaub, mehr Ruhe für Tiere und Anwohner, weniger Unfälle und weniger Müll. „Vorschreiben können und wollen wir das aber nicht“, betonte er.

„Lange Tradition“

Auch beim Deutschen Städte- und Gemeindebund hält man nichts von einem Verbot. „Das neue Jahr mit Feuerwerk zu begrüßen, hat eine lange Tradition in Deutschland“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg dem Redaktionsnetzwerk. Landsberg verwies darauf, dass es seit vielen Jahren in den Kommunen örtlich begrenzte Böllerverbote gebe, zum Beispiel in der Nähe besonders gefährdeter Bauten, in historischen Stadtkernen oder vor Krankenhäusern. „Wir plädieren dafür, die Entscheidung vor Ort in den Kommunen treffen zu lassen und an die Vernunft der Bürgerinnen und Bürger zu appellieren.“