Der Evangelische Kita-Verband Bayern hat auch nach der Entscheidung der bayerischen Staatsregierung zur stärkeren Kita-Finanzierung mehr Geld für das Kita-System gefordert. Ein Blick auf den Bericht des UN-Kinderhilfswerks Unicef zur Lage der Kinder in Deutschland zeige, dass das System der frühen Bildung nach wie vor Schwächen habe. Dies werde besonders deutlich bei sozial belasteten Familien, die ihre Kinder oft erst im letzten oder vorletzten Jahr vor der Einschulung in eine Kita schicken.
Zudem seien gerade häufig dort, „wo sich Herausforderungen mit Blick auf die Bildungsgerechtigkeit ballen, die Rahmenbedingungen vergleichsweise schlecht“, heißt es in der Mitteilung weiter. Es bestehe das Risiko, dass dadurch „Kitas zweiter Klasse“ entstehen. Der Verband forderte auch Arbeitgeber und Kommunen dazu auf, die Kita-Betreuung zu unterstützen. So sollten die Kommunen Kitas in sozialen Brennpunkten besonders finanziell unterstützen und Arbeitgeber Zuschüsse zu Elternbeiträgen leisten.
Erneut verteidigte der Evangelische Kita-Verband auch die Entscheidung der bayerischen Staatsregierung, das geplante Kinderstartgeld von 3.000 Euro zum ersten Geburtstag nicht einzuführen und die Mittel stattdessen ins Kita-System umzulenken. Diese angekündigte Investition in die „Infrastruktur der frühen Bildung“ müsse nun aber auch „möglichst zügig in den Kitas ankommen“, mahnte der Verband. Eltern, die sich die Kita-Beiträge nicht leisten können, könnten weiter über die Jugendhilfe Zuschüsse erhalten. (3655/20.11.2025)