Beschluss der Synode zu United4Rescue

Kirchenkreis Mecklenburg tritt Seenot-Bündnis bei

Die Kirchengemeinden sollen das Anliegen unterstützen und um Spenden werben. Außerdem hat das Kirchenparlament den Haushalt für 2021 beschlossen.

Die Sea-Watch 4 im Hafen von Palermo

Güstrow. Der Kirchenkreis Mecklenburg tritt dem Bündnis United4Rescue bei und bittet um Spenden für die Seenotrettung im Mittelmeer. Das habe die Kirchenkreissynode „nach einer differenzierten Diskussion“ einstimmig auf ihrer Tagung in Güstrow beschlossen, teilt der Kirchenkreis mit. Die Ökumenische Arbeitsstelle Mecklenburg und der mecklenburgische Flüchtlingsbeauftragte Lars Müller sollen weiterhin Veranstaltungen zur zivilen Seenotrettung im Mittelmeer organisieren. Zugleich empfahlen die Synodalen den 228 mecklenburgischen Kirchengemeinden, das Anliegen zu unterstützen. Dazu sollen sie ein Informationsschreiben erhalten, kündigte Pröpstin Britta Carstensen (Neustrelitz) an.

Hinter dem Bündnis United4Rescue steht der im November 2019 gegründete Trägerverein „Gemeinsam Retten“ als unabhängige, gemeinnützige Organisation. Viele Vereinsmitglieder setzen sich bereits seit Jahren für die zivile Seenotrettung ein. Im Januar 2020 hatte United4Rescue das ehemalige Kieler Forschungsschiff Poseidon gekauft. Als Sea-Watch 4 hat sie ihre erste Mission im Mittelmeer absolviert, um Menschen zu retten. Das Schiff wird mitfinanziert aus kirchlichen Spenden.

Fünf Millionen Euro weniger

Zudem beschloss die Synode den Kirchenkreis-Haushalt für das Jahr 2021. Weit mehr als die Hälfte des Etats in Höhe von 58 Millionen Euro sollen die Kirchengemeinden erhalten für die Gemeindearbeit vor Ort. Die Einnahmen des Kirchenkreises stammen größtenteils aus Schlüsselzuweisungen der Nordkirche, die die zentral eingehenden Kirchensteuern sowie Staats- und Patronatsleistungen weiter verteilt. Es wird damit gerechnet, dass diese Schlüsselzuweisungen 2021 für Mecklenburg bei rund rund 33 Millionen Euro liegen werden und damit um fünf Millionen Euro niedriger als 2020.

Mit viel Abstand tagen die Synodalen Foto: Tilman Baier

Anders als die Nordkirche und einige ihrer Kirchenkreise, die aufgrund der unklaren Kirchensteuer-Einnahmen ihre Haushaltssynoden auf das Frühjahr 2021 verschoben haben, sei es im Kirchenkreis Mecklenburg erklärtes Ziel, „insbesondere den Kirchengemeinden eine Planungssicherheit für ihre Haushaltsbeschlüsse im kommenden Jahr zu geben“, sagte Propst Wulf Schünemann (Rostock) im Namen des Kirchenkreisrates. „Wir verstehen die Kirchenkreisebene auch als solidarische Gemeinschaft, die es ermöglicht, finanzielle Unsicherheiten über die Kirchenkreis-Rücklagen abzufedern, so dass die Kirchengemeinden mit einer gewissen Stabilität rechnen können.“

Mit dem Haushalt 2021 werden auch verschiedene Programme finanziell ausgestattet. Beispielsweise werden wieder 200.000 Euro für die Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung gestellt und 150.000 Euro für die Flüchtlingsarbeit im Kirchenkreis. Der Zuschuss für die Telefonseelsorge wird um 20.000 Euro auf 84.000 erhöht. Die evangelischen Schulen werden mit 50.000 Euro unterstützt. Erneut stehen 300.000 Euro bereit, um Kirchengemeinden zu unterstützen, die fusionieren wollen.

Projektstelle für Frauen-Arbeit verlängert

Beschlossen wurde auch, die Projektstelle für die Arbeit mit Frauen im Nordkirchen-Sprengel Mecklenburg und Pommern bis Ende Juli 2027 zu verlängern und deren Stellenumfang von 50 auf 100 Prozent zu erweitern. Der Beschluss der pommerschen Synode dazu steht noch aus.

Der Kirchenkreis Mecklenburg ist einer von 13 Kirchenkreisen in der Nordkirche. Zu Mecklenburg gehören 228 Kirchengemeinden mit insgesamt rund 160.000 Mitgliedern (Stichtag: 31. Dezember 2019). Ein Jahr zuvor lag die Gesamtzahl der Gemeindeglieder noch bei rund 167.000. (epd)

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