Konferenz Bekennender Gemeinschaften in Deutschland

Kirchenkonservative fordern Präsenzgottesdienste

Am Mittwoch wird in Berlin darüber beraten, wie es mit dem Lockdown weitergeht. Der Hamburger Pastor Rüß macht schon mal deutlich, dass "Gott im Gotteshaus" nicht schweigen dürfe. 

Ein Gottesdienst mit Abstand

Hamburg. Die kirchenkonservative „Konferenz Bekennender Gemeinschaften in Deutschland“ hält Präsenzgottesdienste auch in Corona-Zeiten für unerlässlich. Es sei „gegen das Gebot Gottes“, wenn Kirchengemeinden vom Gottesdienstbesuch abraten, sagt der Vorsitzende der „Konferenz“, der pensionierte Hamburger Pastor Ulrich Rüß. „Der Gottesdienst ist das Herzstück jeder Gemeinde und Seelsorge.“ Der Aufruf zum Verzicht auf den Gemeindegottesdienst sei „ein Skandal, unverantwortlich und kirchenschädlich“.

Gottes Wort könne gerade in Corona-Zeiten Orientierung im Leben und Glauben geben, zur Buße rufen und für den Alltag stärken, so Rüß. „Gott will und darf nicht zum Schweigen gebracht werden – gerade in diesen besonderen Zeiten der Pandemie.“ Es stehe auch nicht im Belieben der Gemeinden und Pastoren, das heilige Abendmahl wegen der Pandemie ausfallen zu lassen. In Situationen, die besondere Hygienevorschriften erfordern, sei es nach lutherischem Verständnis auch möglich, beim Abendmahl nur das Brot als den Leib Christi zu empfangen und auf den Wein zu verzichten.

Digitale Angebote kein Ersatz

Digitale Gottesdienste im Fernsehen oder im Internet seien kein Grund, Präsenzgottesdienste ausfallen zu lassen, kritisiert Rüß. Sie seien eine gute Möglichkeit für Menschen, die am Gottesdienstbesuch verhindert sind, aber kein Ersatz. „Für Gott darf im Gotteshaus kein Schweigegebot gelten.“ Rüß ist auch Vorsitzender der „Sammlung um Bibel und Bekenntnis in der Nordkirche“. (epd)

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