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Kirchen und CDU wollen gemeinsam Kirchengebäude erhalten

Die evangelischen Kirchen und katholischen Bistümer in Hessen wollen gemeinsam mit der CDU-Landtagsfraktion über die Zukunft von Kirchengebäuden beraten. Bei einem Kongress hätten sich die CDU-Fraktion und beide Kirchen mit der Unterzeichnung eines „Letter of Intent“, einer Absichtserklärung mit dem Titel Wiesbadener Erklärung, zur weiteren Zusammenarbeit und Kooperation verpflichtet, teilten die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) am Montag in Darmstadt und Kassel mit.

Angesichts sinkender Mitgliederzahlen und Steuereinnahmen der Kirchen werde der Erhalt von Kirchengebäuden zunehmend zur Herausforderung. Die Christdemokraten sähen es als ihre Verantwortung, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen und Kirchen wie Kommunen bestmöglich zu unterstützen, sagte die Vorsitzende der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Ines Claus. Ziel sei „die Stärkung unseres zivilgesellschaftlichen Zusammenhalts durch den Erhalt und die mögliche multifunktionale Nutzung von Kirchengebäuden als Orte zwischenmenschlicher Begegnungen“.

Die EKHN habe gute Erfahrungen gemacht, „wenn in Sakralgebäuden weiterhin Gottesdienste gefeiert werden und zugleich Konzerte, soziale Projekte oder gesellschaftliche Dialogformate stattfinden“, sagte EKHN-Kirchenpräsidentin Christiane Tietz. Beate Hofmann, Kirchenpräsidentin der EKKW, unterstrich, dass sie dankbar sei, dass die Politik das Thema aufgreife: „Allein in Kurhessen-Waldeck gilt es, fast 1.000 denkmalgeschützte Kirchen zu erhalten – für rund die Hälfte werden neue Finanzierungskonzepte benötigt.“

Die Kirchen seien bereit, ihren Beitrag für den Erhalt von Kirchengebäuden als offene Orte des kulturellen Erbes zu leisten, sagte Sebastian Lang, Generalvikar des Bistums Mainz. Allerdings brauche es dazu auch zivilgesellschaftliches Engagement. Wolfgang Pax, Generalvikar des Bistums Limburg, empfahl, Kirchengebäude nicht als Last, sondern als Ressource zu denken. „Auch in einer säkularen Welt bleibt die Sehnsucht nach Begegnung eine wichtige Dimension von uns Menschen“, sagte er.