Keramik-Schau “Formenspiel und Farbenrausch” in Zons

Das Kreismuseum Zons präsentiert Keramiken des Jugendstils. Unter der Überschrift „Formenspiel und Farbenrausch“ sind von Dienstag an 180 Keramiken der 1832 im hessischen Brachttal-Schlierbach gegründeten Waechtersbacher Steingutfabrik zu sehen, wie das Museum ankündigte. Im Zentrum der Ausstellung, die bis 26. April präsentiert wird, steht die daran anschließende Erneuerung durch die Ideen des Jugendstils und das künstlerische Engagement des Kunstkeramikers Christian Neureuther. Neureuther initiierte 1903 die Gründung einer kunstkeramischen Abteilung im Werk. Zu sehen sind zwischen 1903 und 1921 entstandene Arbeiten des „Waechtersbacher Jugendstils“.

Inspiriert durch die Jugendstil-Entwürfe der Darmstädter Künstlerkolonie, insbesondere von Künstlern wie Joseph Maria Olbrich und Hans Christiansen, wandte sich Neureuther von den historischen Vorbildern ab und modernisierte die Formen- und Dekorsprache der Steingutfabrik maßgeblich. Unter Neureuther bestimmten geometrische Ornamente, florale Motive oder auch beides in Kombination das Dekor von Vasen, Tellern, Kannen und Gefäßen der Fabrik.

Die Mitte des 18. Jahrhunderts in England entwickelte Steingutproduktion mit sogenannten Scherben aus Ton, Quarz, Feldspat und weiteren Mineralien war einst eine florierende Branche. Keramisches Steingut war kostengünstiger als die Porzellanherstellung und bot dieselbe Produktpalette. Allerdings war Steingut stoßempfindlicher, war in der Regel nicht wasserdicht und musste mit einer Glasur überzogen werden. Einer der führenden Anbieter von anspruchsvoll gestaltetem Gebrauchsgerät aus Steingut in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts war die Waechtersbacher Keramik, benannt nach der namensgebenden Stadt Wächtersbach.

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