Die Debatte um assistierten Suizid dauert nach dem Tod der Kessler-Zwillinge an. Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken appelliert an die Bundesregierung, zeitnah gesetzliche Regelungen zu schaffen.
In der Debatte um assistierten Suizid dringt das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) auf rasche gesetzliche Regelungen. "Es braucht eine ethische Stimme in der Debatte und es braucht eine gesetzliche Regelung, für die wir uns als ZdK weiter einsetzen", sagte die Präsidentin des Laiengremiums, Irme Stetter-Karp, bei der ZdK-Vollversammlung am Freitag in Berlin.
Hintergrund der laufenden Debatte ist der Tod der berühmten Kessler-Zwillinge Alice und Ellen. Sie waren am 17. November im Alter von 89 Jahren gestorben. Die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben bestätigte, sie habe die beiden beim assistierten Suizid begleitet.
Vor fünf Jahren hatte das Bundesverfassungsgericht das zeitweise geltende Verbot der geschäftsmäßigen Beihilfe zum Suizid für ungültig erklärt. Die Karlsruher Richter formulierten in ihrem Grundsatzurteil ein Recht auf Selbsttötung und ärztliche Begleitung beim Suizid, wenn sie freiverantwortlich geschehen. Seitdem gibt es keine gesetzlichen Regeln zu der Frage.
Das Verfassungsgericht stellte es dem Gesetzgeber frei, ein neues Gesetz zu erlassen oder darauf zu verzichten. Zwei Gesetzesinitiativen erhielten im Bundestag bislang keine Mehrheit.