Kanzelrede statt Sonntags-Predigt

Der Spitzenkandidat des Südschleswigschen Wählerverbandes (SSW) für die Landtagswahl, Lars Harms, fordert in seiner „Kanzelrede“ im Schleswiger Dom mehr soziale Gerechtigkeit.

Schleswig (epd). In seiner Kanzelrede im Schleswiger Dom ging es Lars Harms darum, den Blick auf diejenigen zu lenken, die arm seien, „die es schwer haben, vor großen Hürden stehen und dennoch immer wieder aufstehen“. Als Grundlage für seine „Kanzelrede“ hatte Harms sich den Bibeltext „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ (Jesaja 58,7) ausgesucht.

Ärmere Menschen sind unterm Radar der Regierenden

Um gesellschaftliche Teilhabe auch für ärmere Menschen zu ermöglichen, sei es nötig, Steuern und Abgaben zu senken. Eine tiefere soziale Spaltung müsse vermieden werden. „Sonst wenden die Menschen sich ab – das können wir nicht wollen.“ Harms forderte unter anderem, „auf den Wohnungsmarkt einzuwirken“. Es brauche eine Mietpreisbremse und ein Wohnraumschutzgesetz, damit niemand „in Bruchbuden“ wohnen müsse. „Alle haben es verdient, ein vernünftiges Dach über dem Kopf zu haben.“

Zudem müsse der Hartz-IV-Regelsatz „so erhöht werden, dass man dauerhaft existieren kann“. Ärmere Menschen seien „unterhalb des Radars der Regierenden“, kritisierte der 57-Jährige. Es sei eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe von Kirche, sich zu diesen Themen öffentlich zu äußern. Harms ist seit dem Jahr 2000 Mitglied des Landtags von Schleswig-Holstein für den von der Fünf-Prozent-Hürde befreiten SSW. Der Politiker ist konfessionslos, hat sechs Kinder und lebt in Husum.

Bischof Magaard lädt sonntags zur Kanzelrede ein

Auf Einladung von Bischof Gothart Magaard halten die Spitzenkandidatin und -kandidaten der demokratischen Parteien in Schleswig-Holstein vor der Landtagswahl am 8. Mai ihre „Kanzelrede“. Die öffentlichen Gottesdienste mit den Kanzelreden werden zusätzlich über den YouTube-Kanal der Nordkirche gestreamt.

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) ist am 27. März eingeladen und Thomas Losse-Müller von der SPD am 3. April. Den Anfang machten Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) bereits am 27. Februar zum Thema Freiheit und Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) am 6. März zum Thema Frieden.