Jung und klimafreundlich – deutsche Investitionen in Afrika

In 30 Jahren wird ein Viertel der Weltbevölkerung in Afrika leben. Deutschland möchte in den wachsenden Kontinent investieren – und setzt dabei auf einen „gerechten Wandel“.

Ein Solarkraftwerk bei Nairobi: Der Anteil der erneuerbaren Energien liegt in Kenia schon bei 90 Prozent
Ein Solarkraftwerk bei Nairobi: Der Anteil der erneuerbaren Energien liegt in Kenia schon bei 90 Prozent

Deutschland will den klima- und umweltfreundlichen Umbau der afrikanischen Wirtschaft stärker fördern. Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) sagte bei der Vorstellung der neuen Afrika-Strategie ihres Ministeriums: „Afrika wächst und verändert sich gewaltig.“ Die Entwicklung des Kontinents werde das 21. Jahrhundert prägen. „Wir sprechen in Afrika über die größte Jugendgeneration aller Zeiten.“ Das Entwicklungsministerium geht davon aus, dass bis 2050 etwa zweieinhalb Milliarden Menschen in Afrika leben könnten, ein Viertel der Weltbevölkerung. Aktuell sind es den Angaben nach 1,4 Milliarden.

Im Mittelpunkt der Entwicklungszusammenarbeit steht das „Just Transition“-Konzept (deutsch: Gerechter Wandel): Westliche Industriestaaten gehen hierbei Partnerschaften mit ausgewählten Entwicklungs- und Schwellenländern ein, um ihnen auf dem Weg zur Klimaneutralität zu helfen. Deutschland arbeitet zum Beispiel mit Ruanda und Kenia zusammen. In Kenia soll etwa die Aufforstung vorangebracht und der Stromsektor weiter umgebaut werden. Der Anteil erneuerbarer Energien soll von derzeit 90 Prozent auf 100 Prozent bis zum Jahr 2030 zu erhöht werden. Die Bundesregierung hofft, dass das Land eine Vorbildfunktion in Afrika einnimmt.

Nicht uneigennützig

Gemeinsam mit der EU, Frankreich, Großbritannien und den USA hat Deutschland außerdem eine Partnerschaft mit Südafrika zum Ausbau erneuerbarer Energien vereinbart. Südafrika ist stark von der Kohle abhängig. Mit Südafrika, Marokko, Tunesien und Algerien wird ferner der Aufbau von Pilot- und Referenzanlagen für Grünen Wasserstoff unterstützt.

Ganz uneigennützig sind solche Projekte nicht. Nur jeder zweite Mensch in Afrika habe Zugang zu Strom, heißt es in der Afrika-Strategie. „Würde Afrika dem fossilen Entwicklungspfad der Industrieländer folgen, wären die ökologischen Folgen dramatisch, für Afrika und für den Rest der Welt.“