Juliane Bartel Medienpreis würdigt Beiträge über Gleichberechtigung

Fünf journalistische Beiträge erhalten in diesem Jahr den Juliane Bartel Medienpreis. Mit der renommierten Auszeichnung würdige das Land Niedersachsen Autorinnen und Autoren, die in ihren Fernseh-, Hörfunk- und Internet-Beiträgen die Gleichstellung von Frauen und Männern thematisieren und dabei Rollenkonflikte und Diskriminierungen sichtbar machen, teilte das Gleichstellungsministerium mit. Der mit insgesamt 15.000 Euro dotierte Preis wurde am Dienstagabend zum 22. Mal vergeben.

Die Preise von je 3.000 Euro gingen an den NDR-Podcast über Femizide in Österreich „Nehmt ihr uns eine, antworten wir alle“ von Janina Böck-Koroschitz und Elisabeth Weilenmann und die ARD-Doku „Kinderraub – Ein dunkles Kapitel der katholischen Kirche“ von Margot Litten. Geehrt wurde auch die Verfilmung des 2018 erschienen Romans von Bettina Wilpert „Nichts, was uns passiert“ von Regisseurin und Drehbuchautorin Julia Kaiser über eine Vergewaltigung.

Florian Hacke wurde für sein Instagram-Reel „Feierabend-Elternzeit“ ausgezeichnet, in dem er sich humorvoll mit der Aufteilung von Sorge- und Erwerbsarbeit zwischen Frauen und Männern beschäftigt. Der Sonderpreis ging an die RTL-Comedy-Serie „Hübsches Gesicht“ der Autorinnen Aylin Kockler und Ferdos Sililo-Simon, in der es um eine übergewichtige Frau geht, die von ihrem Freund in einem „Fat-Camp“ angemeldet wird.

Das Ministerium vergibt den Preis gemeinsam mit dem NDR und der Niedersächsischen Landesmedienanstalt. Juliane Bartel (1945-1998) war eine Journalistin sowie Hörfunk- und Fernsehmoderatorin. Ihren Durchbruch beim Fernsehen hatte sie mit der Talkshow „3 nach 9“, durch die sie von 1989 bis 1998 führte. Zuvor moderierte sie im ZDF die Sendung „Spielraum“ und ab 1993 „Alex“ beim Sender Freies Berlin. Zu dieser Zeit gab es nur wenige Frauen in dieser Rolle vor der Kamera.