Jugendverbände treffen Pistorius – Freiwilligkeit bei Wehrdienst

Bei einem Gespräch mit dem Bundesverteidigungsminister über den neuen Wehrdienst war auch der katholische Jugenddachverband vertreten. Der BDKJ zeigt sich im Anschluss optimistisch - und bekräftigt seine Position.

Nach einem Gespräch mit Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) zur geplanten Wehrdienstreform zieht der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) ein positives Fazit. Es sei wichtig gewesen, die Positionen der Jugendverbände im direkten Austausch deutlich machen zu können, sagte der Bundesvorsitzende Henner Gädtke am Donnerstag in Düsseldorf. Die Diskussion über Wehrdienst, Freiwilligkeit und Pflicht habe viele junge Menschen in den vergangenen Monaten intensiv beschäftigt. "Es wurde viel über sie gesprochen - nun war es gut, dass wir selbst mit dem Minister ins Gespräch kommen konnten."

Gädtke war als BDKJ-Vertreter Teil einer Delegation des Deutschen Bundesjugendrings, die Pistorius am Montag in Berlin traf. Für den Dachverband der katholischen Jugendverbände bleibe Freiwilligkeit wichtig: "Ein Zwang, der nur junge Menschen trifft, darf nicht die Lösung für die sicherheitspolitischen Herausforderungen sein, vor denen wir als ganze Gesellschaft aktuell stehen", betonte Gädtke. "Auch ist uns wichtig, den Wehrdienst nicht gegen andere Dienste auszuspielen."

In diesem Zusammenhang begrüßt der BDKJ die Aufnahme der Freiwilligendienste in die geplanten Anschreiben zur Wehrerfassung sowie den angekündigten Anstieg der Bundesfördermittel für die Jugendfreiwilligendienste und den Bundesfreiwilligendienst ab dem Haushaltsjahr 2026. Kritisch sieht der Dachverband hingegen die Kürzungen beim Auslands-Freiwilligendienst "weltwärts". "Es ist wichtig, dass junge Menschen sich sowohl im In- als auch im Ausland in einem Freiwilligendienst engagieren können", so Gädkte.

Der neue Wehrdienst in Deutschland soll ab dem 1. Januar 2026 mit einer verpflichtenden Musterung für alle 18-Jährigen starten, die ein Fragebogen über ihre Dienstbereitschaft erhalten. Für Männer ist die Beantwortung verpflichtend, für Frauen freiwillig, aber es soll eine optionale "Bedarfswehrpflicht" im Krisenfall geben. Der BDKJ fordert seit Beginn der Diskussion über eine Reform einen eine stärkere Beteiligung junger Menschen an der Debatte.

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