Mit einer feierlichen Chanukka-Veranstaltung hat die Jüdische Landesgemeinde Thüringen am Samstagabend in Erfurt an das Fest des Lichts erinnert. Der Vorsitzende der Landesgemeinde, Reinhard Schramm, betonte in seiner Ansprache laut Redemanuskript die Bedeutung von Chanukka als Fest der Freiheit, der jüdischen Tradition und des Sieges über Unterdrückung. Die Chanukka-Lichter stünden zugleich für das lebendige jüdische Leben in Thüringen.
Zugleich erinnerte Schramm an die Opfer des islamistischen Terroranschlags auf eine Chanukka-Feier in Sydney, bei dem 15 Menschen getötet wurden. Mit Bezug auf ein Zitat des Berliner Rabbiners Yehuda Teichtal unterstrich Schramm, dass Dunkelheit nur durch Licht überwunden werden könne. Vor Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Kirchen, Sicherheitsbehörden sowie zivilgesellschaftlichen Organisationen dankte Schramm für die Solidarität mit der jüdischen Gemeinschaft nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023.
Mit Blick auf internationale Krisen äußerte Schramm die Hoffnung auf ein baldiges Ende des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine sowie auf eine friedliche Zukunft für Israelis und Palästinenser. Der bestehende Waffenstillstand in Gaza sei ein Hoffnungsschimmer, reiche jedoch nicht aus.
Die Landesgemeinde ehrte zudem den katholischen Bischof Ulrich Neymeyr mit einem Modell der 1938 zerstörten Erfurter Synagoge als Zeichen der Freundschaft. Neymeyr sei es gewesen, auf dessen Veranlassung die jahrhundertealte antisemitische Schmähplastik im Erfurter Dom vor Ort um einordnende Informationen ergänzt wurde.