Jetzt ermittelt die Justiz gegen die Letzte Generation

In mehreren Bundesländern haben Hausdurchsuchungen stattgefunden. Zum Vorwurf der Bildung einer kriminellen Vereinigung hat Aktivistin Luisa Neubauer eine klare Meinung.

Mit Sekundenkleber kleben sich die Aktivisten auf Straßen fest, hier bei München
Mit Sekundenkleber kleben sich die Aktivisten auf Straßen fest, hier bei MünchenImago / aal.photo

Die Justiz in Brandenburg ermittelt gegen Klimaaktivisten wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung. In mehreren Bundesländern seien am Dienstag im Zuge der Ermittlungen Hausdurchsuchungen gegen zehn Beschuldigte vorgenommen worden, erklärte das Brandenburger Justizministerium in Potsdam. Die Durchsuchungen auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft Neuruppin richteten sich gegen Mitglieder der Gruppe Letzte Generation.

Die Klimaaktivisten der Letzten Generation teilten mit, dass es ab fünf Uhr morgens elf Hausdurchsuchungen gegeben habe. Dabei seien elektronische Geräte wie Laptops und Handys sowie Plakate beschlagnahmt worden. Aktivistin Carla Hinrichs erklärte per Twitter, auch sie sei betroffen.

Was Luisa Neubauer sagt

Klimaaktivistin Luisa Neubauer bezeichnete die Durchsuchungen auf ihrem Twitterkanal als „grenzenlos unverhältnismäßiges und absurdes Vorgehen“. Wie sehr die Klimapolitik „in diesem Land auf dem Kopf steht“, zeige sich auch darin, dass der Kampf gegen Klimaschützer deutlich energischer vorangetrieben werde als gegen die Klimakrise, betonte sie: „Es ist entblößend.“

„Wo Straftaten begangen werden, müssen diese konsequent verfolgt werden“, erklärte Brandenburgs Justizministerin Susanne Hoffmann (CDU): „Und zwar unabhängig von der Motivation, die ein Täter damit verbindet.“ Dies sei das Wesen eines demokratischen Rechtsstaates, in dem „für rechtswidrige Blockadeaktionen oder andere gefährliche Sabotagehandlungen kein Platz“ sei.

Die Aktivisten der Letzten Generation betonten, sie würden auch künftig „unverändert weiter“ auf die Klimakrise hinweisen.