Der Westfälische Friedenspreis für die Nato? Eine Initiative hält das für einen Irrweg. Mit einem alternativen Preis will sie ein Zeichen setzen.
Als Protest gegen die Vergabe des Westfälischen Friedenspreises an die Nato plant eine Initiative aus der Bürgerschaft von Münster die Verleihung eines “Alternativen Westfälischen Friedenspreises”. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung soll im Sommer im Historischen Rathaus der Stadt übergeben werden, wie ein eigens zu diesem Zweck neu gegründeter Verein mitteilte.
Der Stadtverwaltung liege eine Terminanfrage für eine Verleihung im Historischen Rathaus vor, teilte eine Sprecherin am Montag auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) mit. Ob und wann der Termin genehmigt wird, blieb zunächst offen.
Der “Alternative Westfälische Friedenspreis” versteht sich ausdrücklich als Gegenentwurf zum “Preis des Westfälischen Friedens”, der alle zwei Jahre von der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe vergeben wird. Anlass dafür sei die Entscheidung der Gesellschaft, die Nato als Preisträgerin für 2026 zu benennen. Ein Militärbündnis als Friedenspreisträger zu ehren, geht aus Sicht des Vereins zu weit.
Mit dem alternativen Preis sollen Menschen, Institutionen oder Gruppen geehrt werden, die sich nach Darstellung der Initiatoren “von unten” für Frieden, Völkerverständigung und den Abbau von Feindbildern einsetzen. Ziel sei es zudem, Gewaltlosigkeit und Zivilcourage gegen Militarismus, Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus und Faschismus sichtbar zu machen.
Die neue Auszeichnung soll künftig im zweijährigen Rhythmus verliehen und aus Mitgliedsbeiträgen sowie Spenden finanziert werden. Der Verein verweist dabei auch auf Münsters historische Rolle als Ort des Westfälischen Friedens von 1648.