In den sauren Apfel beißen: Fakten zum Tag des deutschen Apfels

Was man immer schon über die beliebte Frucht wissen wollte

Ein Hoch auf den Apfel. Er ist das beliebteste Obst der Deutschen. In Sagen, Märchen und der Bibel spielt er eine wichtige Rolle. Warum das so ist.

Nicht überall wird das liebste Obst der Deutschen so intensiv in den Himmel gehoben wie in Dresden. Dort steigen am Sonntag - zum Tag des Deutschen Apfels 2026 - hunderte Drohnen auf, die Apfel-Silhouetten, Botschaften und farbenprächtige 3-D-Motive in den Abendhimmel zeichnen - direkt gegenüber der Altstadt und der Frauenkirche. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) nennt wichtige Fakten zur Bedeutung des Apfels.

Das Wort hat einen germanischen Ursprung; es hat sich über Althochdeutsch apful zu unserem heutigen Apfel entwickelt. Es ist mit Wörtern wie Englisch "apple" und Niederländisch "appel" verwandt. Früher bezog sich der Begriff wahrscheinlich auf den kleinen, sauren Holzapfel, der in Asien beheimatet war, bevor er kultiviert wurde.

Archäologische Funde zeugen nach Darstellung des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte in Jena davon, dass Menschen seit mehr als zehntausend Jahren Wildäpfel in Europa und Westasien sammelten. Doch beweisen fossile und genetische Funde, dass Apfelbäume bereits Millionen Jahre vor ihrer Kultivierung recht große fleischige und süße Früchte entwickelten - für die damals lebenden riesigen Tiere eine attraktive Nahrungsquelle. Das genetische Material für den modernen Apfel stammt aus Kasachstan. Die dort wachsenden Holzapfel-Arten waren dem delikaten Obst von heute allerdings nur entfernt ähnlich, gaben aber der ehemaligen Hauptstadt ihren zwischenzeitlichen Namen: Alma Ata - Stadt der Äpfel. Über die Seidenstraße gelangten die Pflanzen und Früchte ans Schwarze Meer. Griechen und Römer kultivierten sie weiter.

Die frühesten deutschen Dokumente über den Apfelanbau sind Verordnungen (Kapitularien) Karls des Großen. Gefördert wurde das Pflanzen von Obstbäumen in Klöstern und von einigen Landesherren. So wurden Brautpaare bisweilen verpflichtet, Obstbäume zu pflanzen. Das 19. Jahrhundert gilt dann als Blütezeit der Obstkultur: Pfarrer, Ärzte, Apotheker und Lehrer spielten eine zentrale Rolle. Sie gründeten Pomologenvereine, Gesellschaften und Schulen, die ihre Mitglieder mit Edelreisern wertvoller Obstsorten versorgten.

Weltweit gibt es nach Schätzungen des Bundeszentrums für Ernährung über 30.000 Apfelsorten; 2.000 davon in Deutschland. Allerdings sind nur noch 1.500 Sorten präsent, weil alte Apfelsorten in Vergessenheit gerieten, Streuobstwiesen verloren gingen oder im Zuge des Plantagenanbaus von leistungsstarken Sorten nicht mehr gepflegt wurden. Mengenmäßig sind heute nur noch rund 30 Sorten in Deutschland relevant (etwa Fuji, Gala, Granny Smith, Golden Delicious, Braeburn), da Supermärkte Wert auf Aussehen, Haltbarkeit und Lagerfähigkeit legen.

2025 war für die Obstbaubetriebe in Deutschland ein besonders ertragreiches Jahr. Insgesamt wurden mehr als 1,13 Millionen Tonnen Äpfel geerntet, 17,2 Prozent mehr als der Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Zugleich sind Äpfel die beliebteste Obstsorte hierzulande; sie haben einen Anteil von 88,6 Prozent des geernteten Baumobstes. Mehr als drei Viertel der geernteten Apfelmenge (75,5 Prozent) werden als Tafelobst zum Verkauf angeboten. Knapp ein Viertel wird zur Herstellung von Fruchtsaft, Konserven oder Apfelwein verwendet.

Apfelbäume stehen bundesweit auf knapp 33.000 Hektar - das entspricht einer Fläche von rund 48.000 Fußballfeldern. Die wichtigsten Anbaugebiete liegen in der Bodenseeregion, in Niedersachsen und im Alten Land bei Hamburg.

Jeder Deutsche verzehrt pro Jahr durchschnittlich rund 20 Kilogramm Äpfel, inklusive Apfelsaft oder Apfelkuchen. Dies entspricht etwa 110 bis 130 Äpfeln.

Es gibt das Sprichwort "An apple a day keeps the doctor away" - was auf Deutsch mit "Ein Apfel am Tag, mit dem Doktor kein Plag" übersetzt wird. Äpfel bestehen zu 85 Prozent aus Wasser und wirken daher durstlöschend. Sie enthalten kaum Fette, aber wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralien und sekundäre Pflanzenstoffe. In 100 Gramm Äpfeln stecken 12 Milligramm Vitamin C. Das entspricht 15 Prozent des Tagesbedarfs. Die meisten Vitamine befinden sich im Fruchtfleisch direkt unter der Schale. Deshalb sollte man den Apfel nicht schälen, sondern die Schale mitessen.

Zu Hause sollte man Äpfel in einem kühlen Keller oder im Kühlschrank lagern. Im Winter kann dies auch in einem abgedeckten Gebinde im Freien erfolgen. Die Lagerzeit verlängert sich, wenn man die Früchte in luftdichten Plastikbeuteln abpackt. In der Obstschale im Wohnraum sollte man Äpfel maximal zehn Tage aufbewahren. Äpfel sollen nicht zusammen mit anderen Früchten gelagert werden. Sie scheiden Ethylen aus, welches die Reifung der umliegenden Früchte beschleunigt.

Der Apfel ist mit einer Symbolik verbunden wie kaum eine andere Frucht. Die knackige, vitaminreiche Frucht symbolisiert Fruchtbarkeit, Herrschaft, aber auch Versuchung und Sündenfall. Auch ist sie ein Symbol des Lebens. Liebesgöttinnen wurden in der Antike mit einem Korb voller Äpfel dargestellt. Das vitaminreiche Obst spielt in der griechischen Mythologie aber auch eine verhängnisvolle Rolle - als Zankapfel. Königssohn Paris muss entscheiden, welche der drei Göttinnen die Schönste sei: Aphrodite, Athene oder Hera. Paris reicht Aphrodite den goldenen Apfel - was indirekt den trojanischen Krieg auslöst.

Zwar spricht die biblische Schöpfungsgeschichte nur allgemein von einer "Frucht", mit der Eva ihren Adam zum Sündenfall animiert. In der christlichen Kunst aber sind es meist Äpfel, die am Baum der Erkenntnis hängen. Ein vergifteter Apfel ist es auch, der Schneewittchen beinahe das Leben kostet.

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