Erst ein Kälteschock, dann die Glücksgefühle - immer mehr Menschen gehen in der kalten Jahreszeit draußen baden. Der Lohn sind Euphorie und eine bessere Gesundheit. Wie es gelingt, sich zu überwinden.
Wer es einmal gewagt hat, kommt oft nicht mehr davon los: Winterschwimmen oder Eisbaden. Worauf dabei zu achten ist, das verraten zwei überzeugte Wiederholungstäterinnen:
- Vorbereitung: Wer Vorerkrankungen wie Herzprobleme oder hohen Blutdruck hat, sollte sich unbedingt vorher ärztlich beraten lassen, betont Anna Falcoianu, Geschäftsführerin der Initiative Eisbaden.de.
- Niemals alleine ins Wasser gehen: Am besten ist man mindestens zu zweit unterwegs - das sorgt nicht nur für Sicherheit, sondern auch für zusätzliche Motivation.
- Langsam beginnen: Für Einsteiger ist es sinnvoll, sich langsam an die Kälte heranzutasten. "Ideal ist es, im Herbst zu beginnen, wenn das Wasser noch nicht eiskalt ist, und den Körper Schritt für Schritt daran gewöhnen", sagt Falconianu. Um den Körper nicht zu überfordern, sollte man zudem anfangs nicht zu häufig ins Wasser gehen.
- Richtig atmen: Auch wenn einem der Kälteschock die Luft abzuschnüren scheint - Atmen nicht vergessen. Vor allem das tiefe Ausatmen ist wichtig: Auf keinen Fall die Luft anhalten, mahnt Bademeisterin und Kaltwasserfan Brigitte Jordan. Beim dritten Mal ausatmen dann mit dem Körper komplett eintauchen - und wiederum weiter atmen. "Wenn man hektisch wird oder keine Luft holt, dann tut es weh", erklärt Jordan.
- Kein Druck: Das winterliche Bad in einem See oder am Meer soll Spaß machen. "Eintauchen bis zum Knie ist beim ersten Mal auch ok, beim nächsten Mal kann man dann einen Schritt weiter gehen."
- Regelmäßigkeit: Zwei Eisbäder pro Woche sind am Anfang ein guter Rhythmus. Ratsam ist zudem, nicht zu lange im Wasser ui bleiben - zwei Minuten reichen schon völlig aus, um erste positive Effekte zu spüren, sagt Falconianu.
- Ausrüstung: Neben einem großen Handtuch und einer Matte zum Draufstellen empfiehlt Jordan, auch Badeschuhe aus Neopren anzuziehen. "Die Füße werden als erstes kalt, sie sind sonst quasi abgefroren, bis man eintaucht."
- Winterschwimmen: Wer nicht nur kurz eintauchen, sondern längere Zeit in einem kalten Gewässer schwimmen möchte, sollte den Körper darauf gut vorbereiten, sagt Expertin Falconianu. "Sicherheit hat hier oberste Priorität: Schwimmboje, Begleitung in einer Gruppe und Nähe zum Ufer sind Pflicht."
- Auf Anzeichen von Unterkühlung achten: Sie tritt weniger bei kurzem Eintauchen als beim längeren Schwimmen auf. "Wenn man sich unwohl fühlt, friert, zittert, verwirrt ist oder die Konzentration nachlässt, sollte man sofort aus dem Wasser gehen."
- Nach dem Bad: Sowohl beim kürzeren Eisbaden wie beim Winterschwimmen ist behutsames Aufwärmen wichtig. Der Körper sollte mit sanften Bewegungen, trockener Kleidung und warmen (nicht heißen) Getränken allmählich wieder auf Normaltemperatur gebracht werden.