Im Wirtshaus wird spontan, unverstärkt und ohne Gage gespielt

Drei Fragen an Gabi Hamberger vom Gasthaus "Frauenhäusl"

Mit dem Prädikat „Musikantenfreundliches Wirtshaus“ werden an diesem Dienstag (18. November) Wirtinnen und Wirte ausgezeichnet, die in ihren Räumen gerne Sänger und Musikanten zu Gast haben. Eine Plakette am Eingang signalisiert, dass spontanes Singen und Musizieren erwünscht ist. Auch die Waldgaststätte „Frauenhäusl“ im Kreis Kelheim erhält in diesem Jahr neben vielen anderen das Metallschild. Das frühere Sommerhaus der Niedermünsterer Stiftsdamen gibt es seit 1795. Bis heute verfügt das Wirtshaus über keinen Stromanschluss. „Hauptsache, die Musik ist unverstärkt“, sagt Gabi Hamberger, die Musikerin und Schwiegermutter der Wirtin, im epd-Gespräch.

epd: Frau Hamberger, wie wird man zum „Musikantenfreundlichen Wirtshaus“?

Gabi Hamberger: Seit mein Sohn das Frauenhäusl vor zehn Jahren gepachtet hat, haben wir regelmäßig Musikerinnen und Musiker bei uns im Wirtshaus. Es wird spontan aufgespielt, im Gegenzug gibt es eine Brotzeit und Getränke. Welche Musik aufgespielt wird, hängt von den Musikanten ab, die vorbeikommen. Das ist eine spontane Geschichte. Wir hatten schon Steirische Harmonika und Akkordeons bei uns. Es kommen auch ganze Saitenmusiken, mit Hackbrett und Zither oder Geige, Gitarre, Bass - in unterschiedlichen Besetzungen. Es kommt auch immer wieder ein älterer Herr mit einem Bandoneon, der dazu wunderbare Lieder singt.

epd: Und wie reagiert das Publikum auf Ihr spontanes Musizieren?

Hamberger: Es gefällt, das merkt man am Applaus. Die Gäste hören auch gut zu. Es ist eine Musik, bei der man sich nebenbei noch gut unterhalten kann. Die Atmosphäre ist entspannt. Wenn die Bedienung bei voller Gaststube einmal nicht gleich gerannt kommt, wird viel geduldiger gewartet. Die Gäste könnten sogar mitsingen, aber das ist eher nicht so häufig der Fall.

epd: Sie sind selbst leidenschaftliche Volksmusikerin und spielen sieben Instrumente. Wollten auch schon mal Jazzmusiker oder eine Rockband bei Ihnen spielen?

Hamberger: Die sind mir hier noch nicht begegnet. Hauptsache ist bei uns, dass die Musik unverstärkt ist. Denn Strom gibt es bei uns nicht, nur den selbst produzierten. In der Wirtsstube gibt es noch Gaslicht. Bei uns im Kelheimer Forst existiert auch kein Handyempfang. Wir sind so eher eine Ruhe-Oase einige Kilometer von Regensburg entfernt, in der man sich ungestört zusammensetzen kann und der Musik lauschen. Das ist die Atmosphäre, die unser denkmalgeschütztes Wirtshaus ausstrahlt. (3584/17.11.2025)

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