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Holocaust-Gedenktag: Tietz betont bleibende Verantwortung

Die Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Christiane Tietz, betont anlässlich des Gedenktags an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar die bleibende Verantwortung. Der Gedenktag verpflichte heute zum Handeln, sagte die Kirchenpräsidentin am Montag in Darmstadt laut Mitteilung der EKHN. Seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 habe der Antisemitismus in Deutschland zugenommen. Jüdische Menschen fühlten sich bedroht, ebenso nähmen Antiziganismus sowie Hass und Diskriminierung gegenüber anderen Minderheiten zu. „Das entsetzt mich“, sagte Tietz.

Der Gedenktag, der an die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz vor 81 Jahren erinnert, rufe dazu auf, berührbar zu bleiben für das Leid von Menschen, die ausgegrenzt, verachtet oder diskriminiert werden. „Überall dort, wo wir das Mitgefühl verlieren, verlieren wir unsere Menschlichkeit“, betonte die Kirchenpräsidentin und appellierte, jeder Form von Diskriminierung „mutig entgegenzutreten“. Die nationalsozialistische Politik der Entmenschlichung habe dazu geführt, dass Täter und Täterinnen jedes Mitgefühl verloren und Verbrechen als scheinbar normale Verwaltungsvorgänge behandelt hätten. Auschwitz löse die erschreckende Frage aus, was im Empfinden von Menschen geschehen war, dass sie anderen solch grausames Leid antaten.

Die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft habe sie seit ihrer Schulzeit nicht mehr losgelassen, schreibt Tietz in einem persönlichen Beitrag auf der Internetseite der EKHN www.ekhn.de. Die Bilder der befreiten Konzentrationslager und ein späterer Besuch in Auschwitz seien für sie schockierend gewesen. Die bürokratische Perfektion, mit der Gewalt und Unrecht dokumentiert wurden, habe sie erschüttert.