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Hilfstransporte in die Ukraine: Freiwillige und DRK engagieren sich weiter

Mitten im Winter fehlen in der Ukraine Generatoren, Batterien und warme Decken. Freiwillige und das DRK liefern unermüdlich weiter – getragen vom Glauben und vielen Spenden.

Freiwillige und das DRK Frankfurt versorgen die Ukraine mit Öfen, Pflegebetten und medizinischer Hilfe
Freiwillige und das DRK Frankfurt versorgen die Ukraine mit Öfen, Pflegebetten und medizinischer Hilfeepd-bild/Peter Juelich

In der Ukraine werden derzeit nach den Worten der Gründerin der Medizinhilfe Karpato-Ukraine, Martina Scheufler, vor allem Generatoren und Batterieladestationen gebraucht. Nachdem Russland im Winter insbesondere die Strom- und Wärmeversorgung des Landes bombardiere, seien auch Taschenlampen mit aufladbaren Batterien und Powerbanks nötig. Während am 24. Februar der Krieg Russlands gegen die Ukraine ins fünfte Jahr geht, seien die Geldspenden für Hilfslieferungen inzwischen deutlich gesunken. Doch die 1996 in Hanau gegründete Initiative bekomme fortwährend medizinische Güter aus ganz Deutschland gespendet.

Ukrainehilfe bringt dringend benötigte Güter nach Charkiw

Gerade im Januar habe die Initiative eine orthopädische Praxis in Kulmbach geschenkt bekommen, berichtete die Ärztin. Zwölf Freiwillige aus Hanau hätten mit Helfern eines Kulmbacher Fußballklubs und einer Spedition die Praxis an einem Tag ausgebaut und in drei Lastwagen verladen. Vor einigen Tagen sei ein Acht-Tonnen-Laster mit Hilfsgütern der Initiative in der nordöstlichen Metropole Charkiw angekommen. Noch in diesem Monat werde der nächste Transport mit Generatoren nach Charkiw starten.

DRK-Mitarbeiter in Frankfurt beim Beladen einer Spende für die Ukraine
DRK-Mitarbeiter in Frankfurt beim Beladen einer Spende für die Ukraineepd-bild/Peter Juelich

In der Region hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Frankfurt am Main bislang Spenden für drei Hilfstransporte gesammelt, der jüngste ist am 5. Februar fünf Tonnen schwer in Richtung Lviv gestartet. Es sei klar, dass es eine weitere Sammlung geben werde, sagte Geschäftsführer Dierk Dallwitz. Er habe den Eindruck, dass die Anfragen aus der Ukraine zunehmen. Vorrangig gehe es um Wärme und Pflegehilfsbedarf. Gebraucht werde alles, was Wärme erzeugt, vom Holzofen und dem elektrischen Heizöfchen bis zum Generator, erklärte Dallwitz.

Ukrainehilfe liefert Öfen, Generatoren und Pflegebetten

Für den Pflegehilfsbedarf seien Rollatoren, Rollstühle, Pflegebetten bis hin zu Gehstöcken gefragt. „Die Bürger schauen nach, ob sie noch etwas davon zu Hause haben“, sagte Dallwitz. Nach seinem Eindruck sei die Spendenbereitschaft in Frankfurt „unverändert gut“. Der aktuelle Transport liefere unter anderem Öfen, Generatoren, Krankenbetten und auch medizinische Kleidung, sagte Richard Loch, ehrenamtlicher Beauftragter für Auslandshilfe des DRK Frankfurt. Normalerweise sollte er in drei Tagen am Ziel sein, wie lange es tatsächlich dauert, „hängt am Zoll“.

Der nächste Hilfsgütertransport soll in Richtung nach Transkarpatien fahren. In der Region lebten viele Binnenflüchtlinge, „die Menschen haben nichts, sie frieren“, sagte Loch. Jeder Generator, jede Powerbank werde gebraucht. Bei sperrigen Spenden komme das DRK auch zuhause vorbei, um etwa einen alten Ofen oder schweren Generator abzuholen. In der Ukraine verteilten die Partner des DRK vor Ort die Hilfsgüter.

Freiwillige Helfer bringen seit Jahren lebenswichtige Güter in die Ukraine
Freiwillige Helfer bringen seit Jahren lebenswichtige Güter in die Ukraineepd-bild/Peter Juelich

Die Medizinhilfe Karpato-Ukraine unter dem Dach der Evangelischen Stadtkirchengemeinde Hanau hat nach Scheuflers Angaben schon lange Erfahrung: Seit 2005 habe sie in die Ukraine 62 Transporte mit medizinischen Gütern geschickt. Nach dem Angriff Russlands hat das Team aus acht Leitungsmitgliedern und rund 40 Helfern die Schlagzahl erhöht: Seit Februar 2022 hat die Medizinhilfe 34 Sattelschlepper mit 410 Tonnen medizinischen Materials und elektrischen Haushaltsgeräten in das angegriffene Land geliefert.

Christlicher Glaube stärkt Engagement der Ukrainehilfe

Die Menschen in der Ukraine hätten im vergangenen Jahr einen erschöpfteren und ärmeren Eindruck gemacht, sagte Scheufler. „Seit vier Jahren können die Menschen keine Nacht ruhig schlafen, und immer die Sorge um Angehörige“, berichtete sie. Aufgrund zerstörter Energieversorgung würden Wasserleitungen in den Häusern einfrieren, platzen und die kalten Wohnungen überschwemmen. „Es ist die Kraft und der Mut der Verzweiflung, der die Menschen aufrecht hält“, sagte Scheufler. Die Medizinhilfe Karpato-Ukraine macht weiter: „Der christliche Glaube motiviert uns zum Helfen“, sagte die Ärztin. „Unsere Hilfe macht vor Ort einen Unterschied.“