Abenteuercamp RatzPlatz

Hier gehen Kinder auf Abenteuertour

Kinder und Veranstalter können es kaum noch abwarten, dass das zehnte integrative Abenteuercamp RatzPlatz endlich anfängt. In den Sommerferien soll es aber endlich wieder losgehen!

Das Abenteuercamp RatzPlatz soll in diesem Jahr zum zehnten Mal stattfinden.

von Marion Wulf-Nixdorf

Schwerin. Irgendwo pennen, sein müdes Haupt hinlegen, eben „ratzen“ an einem Ort, einem Platz – das gab dem integrativen Abenteuercamp für Kinder zwischen acht und zwölf Jahren seinen Namen: RatzPlatz. Außerdem habe der Vater unseres Glaubens, Abraham, Pate gestanden. Der sei mit seinem Volk unterwegs gewesen – so wie die Teilnehmer des Camps sich an unterschiedlichen Orten treffen, gemeinsam auf dem Weg sind für eine Woche, erklärt Stephan Rodegro, Referent für die Arbeit mit Kindern im Evangelischen Kinder- und Jugendwerk Mecklenburg. Die fünfte Sommerferienwoche habe man für das Camp gewählt, weil es dann erfahrungsgemäß nicht so viele Angebote für Kinder gibt.

Rund 65 Ehrenamtliche engagieren sich bei RatzPlatz

In diesem Sommer soll es zum zehnten Mal stattfinden, im vergangenen Jahr ist es wegen der Pandemie ausgefallen. Aline Heitmann, 23, künftige Grundschullehrerin, sowie Patrick Ortel, 30, Lehrer für Deutsch und Religion, der als Moderator bei dem Radiosender „Antenne MV“ arbeitet, gehören zu den rund 65 Ehrenamtlichen, die das Camp vorbereiten und durchführen. Die beiden Projektleiter sind voller Vorfreude. Patrick ist seit 2011 und Aline seit 2014 dabei.

Fachlich und finanziell ausgestattet werden sie von Stephan Rodegro, der sich inzwischen als Mentor und Träger und nicht mehr als Leiter versteht. Ursprünglich sei RatzPlatz nur für Kinder zwischen acht und zwölf Jahren angeboten worden, erzählt Patrick Ortel. Die Zwölfjährigen, die aus dem Projekt herausgewachsen waren, seien so unendlich traurig gewesen, dass die Verantwortlichen nach Lösungen gesucht hätten. So sei das Camp erweitert worden für Teenies zwischen 13 und 15. Seit 2016 gehören sie fest zu RatzPlatz: „Sie kennen das Camp, gehen nun selber in die Kindergruppen und spielen mit den Jüngeren oder bieten sogar eigene Workshops an – natürlich unter fachlicher Begleitung“, sagt Rodegro. Einige machten dann die Gruppenleiterausbildung in der Jugendarbeit. Das sei der „perfekte Schachzug“ gewesen, meint Aline Heitmann.

Die Kinder schlafen in eigenen Zelten, und eine der acht Jurten wird zur Zentrale der Großfamilie, zu der jeweils 24 Kinder und vier Gruppenleiter gehören. Dort isst man gemeinsam, singt, berät und sitzt am Lagerfeuer. Jeder Tag steht unter einem Motto. Alle treffen sich nach dem Frühstück im Morgenplenum, wo es auf einer Bühne einen Teil einer biblischen Geschichte gibt. In diesem Jahr wird es unter dem Motto „Auf Tauchstation“ um Jona gehen.

Keine Anrufe besorgter Eltern mehr

Dann gibt es Themenarbeit, Mittagessen, Workshops wie Floßbau, Klettern, Basteln, Kooperationsspiele – und auch Zeit für sich allein. Nach dem Abendessen wird noch zu einem Plenum mit Musik eingeladen und um 20.30 Uhr ist Nachtruhe. Das funktioniert, sagt Heitmann, „da sind alle ausgepowert“. Am Freitagabend findet der Abenteuergottesdienst statt.

180 Kinder, 44 Teenies sowie rund 60 Ehrenamtliche können teilnehmen. Die Teilnahme für die Woche kostet 75 Euro. Einige Eltern zahlen gern mehr und ermöglichen damit Kindern, deren Eltern finanziell schlecht dastehen, die Teilnahme. Der Haushalt eines RatzPlatz mit Vorbereitung, Durchführung und Auswertung beträgt zwischen 28.000 und 32.000 Euro, sagt Rodegro. Rund 13.000 Euro kommen aus Teilnahmegebühren. „Wir sind dankbar, dass wir in diesem Jahr von der Nordkirche mit einer Kollekte unterstützt werden“, sagt Stephan Rodegro.
Die Eltern erfahren durch die sozialen Medien über das Leben bei RatzPlatz. Dadurch hätten die Anrufe besorgter Eltern massiv abgenommen, sagt Ortel lachend.

Info
RatzPlatz findet vom 18. bis 24. Juli 2021 in Dreilützow statt. Zu Infos und Anmeldung geht es auf  www.ratzplatz-abenteuercamp.de.

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