Der Hessische Rundfunk baut in den nächsten Jahren seine Hörfunk-Sparte großflächig um und sieht sich zum Sparen gezwungen. Profitieren soll vor allem der Digitalbereich.
Der Hessische Rundfunk spart in den kommenden Jahren bei seinem Radio- und Fernsehprogramm. Bislang mache der Anteil des linearen Fernseh- und Radioprogramms etwa drei Viertel des Gesamtbudgets aus, teilte der Sender am Mittwoch in Frankfurt mit. Bis 2032 soll dieser Anteil deutlich sinken. Profitieren sollen digitale Angebote und Vor-Ort-Veranstaltungen, sagte Programmdirektorin Gabriele Holzner. Am Mittwoch war die Belegschaft über die Pläne informiert worden.
Insgesamt sollen bis 2032 rund 15 Prozent aller Stellen abgebaut und ein Teil der Büro- und Produktionsflächen abgestoßen werden. Betriebsbedingte Kündigungen schließt Holzner derzeit aber aus. Bis 2028 sollen bei den sechs Hörfunkwellen schon weniger selbstproduzierte Inhalte laufen; der Sender setzt mehr auf Kooperation mit anderen ARD-Anstalten. Bis 2032 sollen dann nur drei Wellen eigenproduziertes Programm machen. Was mit den drei übrigen Wellen passiert und welche voll erhalten bleiben, stehe noch nicht fest.
Grund für den Sparkurs sind der vermutete ausbleibende Anstieg der Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag und die Veränderung der Nutzungsgewohnheiten. Demnach sinke die Radionutzung seit zwanzig Jahren um ein Prozent jährlich, bei jüngeren Menschen sogar um 2,5 Prozent. "Wir haben den Auftrag, alle Menschen zu erreichen. Das tun wir aber nicht", sagte Holzner. Älteren und Höhergebildeten mache man zu viel Angebot, jüngeren Zielgruppen zu wenig. Mit höheren Investitionen im Digitalbereich soll hier Abhilfe geschaffen werden.