Im Durchschnitt muss ein Heimbewohner in Hamburg in der vollstationären Pflege im ersten Jahr des Aufenthalts in einem Pflegeheim monatlich 2.893 Euro dazuzahlen. Damit liege die Hansestadt unter dem Bundesdurchschnitt von 2.948 Euro, teilte das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) am Montag in Köln mit.
Die Höhe der Selbstzahlerkosten sei regional verschieden. Am niedrigsten ist laut dem jüngsten „Pflegeatlas“ des IW die durchschnittliche Eigenbeteiligung in Sachsen-Anhalt mit 2.456 Euro, am höchsten in Nordrhein-Westfalen mit 3.314 Euro. Hamburg liege im Ranking der Bundesländer damit im Mittelfeld.
Ein Heimplatz sei in Ballungsräumen wie München (3.375 Euro), Stuttgart (3.427 Euro) und Köln (3.597 Euro) überdurchschnittlich teuer, hieß es. Ländliche Regionen in Ostdeutschland, insbesondere in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, schnitten deutlich günstiger ab. Die Autoren der Untersuchung sehen die hohen Wohnkosten in Städteregionen als einen wesentlichen Kostentreiber. Auch die Löhne spielten eine wichtige Rolle. Die Politik müsse prüfen, ob Mindestentgelte und Leistungszuschläge zielgerichtet wirken oder nur zusätzliche Kosten verursachen, sagte IW-Experte Maximilian Stockhausen.
Grundlage der Analyse sind nach IW-Angaben Daten des Verbands der Ersatzkassen. Im Oktober 2024 wurden die Angaben zu 10.820 vollstationären Pflegeheimen automatisiert erhoben. Fehlende Investitionskosten wurden durch den Kreisdurchschnitt ersetzt. Betrachtet wurden die Pflegegrade zwei bis fünf sowie die Kosten im ersten Aufenthaltsjahr für Pflege, Unterkunft, Verpflegung und Investitionen.