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Gründerin des Leprahilfswerks wird 100 Jahre alt

Die einzige noch lebende Mitbegründerin der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW), Irene Kober, wird am Samstag (17. Januar) 100 Jahre alt. Dieser Tag sei bis heute untrennbar mit dem Hilfswerk verbunden, teilte die DAHW in Würzburg mit: An Kobers Kaffeetafel zu ihrem 31. Geburtstag, also vor 69 Jahren, wurde der Verein mit dem Namen „Deutsches Aussätzigen-Hilfswerk“ in Zell am Main bei Würzburg gegründet. Die DAHW ist heute nahezu weltweit im Kampf gegen Lepra und Tuberkulose aktiv, ihr Hauptsitz ist nach wie vor in Würzburg.

Die 1926 in Berlin geborene Kober zog mit ihren Eltern später nach Breslau, im letzten Kriegsjahr 1945 floh die Familie nach Dresden. Nach dem Ende des Krieges holte Irene in Berlin ihr Abitur nach, wurde Krankenpflegerin und arbeitete anschließend in Bad Elster und in Göttingen. Ihre Eltern zogen zwischenzeitlich ins unterfränkische Karlstadt bei Würzburg. Dort lernte Irene Kober ihren späteren Mann Hermann kennen, der damals als Redakteur beim Würzburger „Fränkischen Volksblatt“ tätig war.

Hermann Kober veröffentlichte 1956 eine Reportage über die in Äthiopien weitverbreitete „biblische Krankheit“ Lepra – und bat um Spenden. In kürzester Zeit kamen 10.000 D-Mark an Unterstützung auf einem Privatkonto zusammen. So gründete das Ehepaar Kober zusammen mit vier Freunden das DAHW, arbeitete jahrzehntelang ehrenamtlich für den Verein und nahm für sein Engagement auch schiefe Blicke in Kauf: Ein Briefträger habe sie mal gefragt, ob er sich an der Post, die aus Lepra-Stationen kam, anstecken könnte, erzählte Irene Kober später einmal. Doch der Erfolg des Hilfswerks sprach für sich: Es unterstützte Betroffene, baute Krankenhäuser und förderte Forschungsprojekte, die schließlich zur Entwicklung einer Kombinationstherapie führten, mit der Lepra heilbar wurde.

„Die Verdienste von Hermann und Irene Kober um das DAHW sind unschätzbar“, sagte der heutige Vorstand Patrick Georg laut Mitteilung. Hermann Kober starb bereits im Jahr 1998. Heute gratuliere der Verein Irene Kober „zu ihrem 100. Geburtstag und ihrem beeindruckenden Lebenswerk.“ Die Jubilarin hat laut Mitteilung vor allem einen Wunsch für ihr Lebensprojekt: „Dass wir weiter unterstützt werden und weiter die Menschen betreuen können.“ (0122/15.01.2026)