70 Prozent der Menschen in Deutschland wünschen sich einer Umfrage zufolge ein einheitliches staatliches Tierwohllabel auf Lebensmitteln und Speisekarten. Das Vertrauen in bestehende Kennzeichen wie das Label „Haltungsform“ ist dagegen offenbar gering. Fast die Hälfte (46 Prozent) der Befragten misstraut demnach den zahlreichen aktuellen Labeln und Kennzeichen, wie es in der am Freitag in Berlin veröffentlichten Umfrage im Auftrag des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) heißt.
Insbesondere in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen ist das Vertrauen (16 Prozent) demnach gering. Befragt wurden dafür von dem Markt- und Meinungsforschungsunternehmen Civey am 12. und 13. Januar 2.500 Menschen online.
Auch wenn der Lebensmitteleinzelhandel mit der Kennzeichnung „Haltungsform“ vorangegangen ist, gebe es weiterhin Hunderte verschiedene Label, Siegel und Kennzeichen, heißt es. Diese böten zwar eine gewisse Orientierung beim Kauf, doch mehr als ein Drittel (35 Prozent) fühle sich dadurch nicht ausreichend aufgeklärt. Zudem vertraue nur etwa jeder Vierte (26 Prozent) den Kennzeichungen.
Zugleich halten den Angaben zufolge ein Viertel (24 Prozent) der Befragten eine einheitliche Kennzeichnung für wenig wichtig bis unwichtig. Für knapp zwei Drittel (64 Prozent) ist sie dagegen wichtig bis sehr wichtig.
Der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt forderte von der Bundesregierung, schnellstmögliche Maßnahmen, um die Haltungsbedingungen der Tiere in der Landwirtschaft transparent zu machen. Dabei müssten alle „Verzehrwege“ vom Supermarkt bis zu Kantinen und Restaurants einbezogen werden.