Über Erinnerung stolpern: Schülerinnen und Schüler im Schwarzwaldort Sankt Blasien forschen zu verfolgten Menschen in der NS-Zeit. Das Projekt gewinnt mit 2.000 Euro dotierten Preis.
Ein Geschichtsprojekt der Jesuitenschule Kolleg Sankt Blasien ist mit dem "Deutschen Lehrkräftepreis" ausgezeichnet worden. Stellvertretend für den Seminarkurs, in dem die Schülerinnen und Schüler zur Erinnerung an NS-Opfer Stolpersteine verlegten - also goldene Pflastersteine mit Lebensdaten - erhielten die Lehrkräfte Alena Bauer und Johannes Heitmann am Montag in Berlin die Auszeichnung in der Kategorie innovativer Unterricht. Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert.
Der Geschichtskurs hatte die Lebenswege der von den Nationalsozialisten aus dem Schwarzwaldort Sankt Blasien vertriebenen jüdischen Bürger zurückverfolgt. Auch ein Jesuitenpater musste in den 1930er Jahren fliehen. Die Schüler und Schülerinnen dokumentierten ihre Recherchen in Texten und Videos sowie in einem digitalen Erinnerungsbuch, das über die Internetseite der Stadt Sankt Blasien abrufbar ist. Auch stellten sie Kontakte zu den Nachkommen der Vertriebenen her. Den Abschluss des Projekts bildete die Verlegung von neun Stolpersteinen.
Die Preisjury sprach von einem herausragenden, kreativen und vielfältigen Unterrichtsprojekt. Die Lehrer hätten den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit eröffnet, ihre jeweils eigenen Stärken in das Gesamtprojekt einzubringen. Hinter der Auszeichnung stehen der Deutsche Philologenverband und die Heraeus Bildungsstiftung.