Chiles Oberstes Gericht hat langjährige Haftstrafen gegen mehrere Ex-Mitarbeiter der früheren Geheimpolizei Dina bestätigt. Laut dem am Freitag (Ortszeit) veröffentlichten Richterspruch bleibt ein entsprechendes Urteil der Vorinstanz gegen 22 Personen bestehen. Sie sollen in der Zeit der Militärdiktatur von General Augusto Pinochet (1973-1990) schwere Menschenrechtsverletzungen begangen haben.
Unter ihnen ist auch der ehemalige Dina-Vizedirektor Raul Iturriaga Neumann, der noch bis 2037 in Haft bleiben muss. Ihm und den anderen Verurteilten wurde die Teilnahme an der "Operation Condor" nachgewiesen. Dabei arbeiteten die Geheimdienste verschiedener südamerikanischer Länder zusammen, um Dissidenten zu verfolgen, zu foltern und umzubringen. Im Auftrag der Machthaber in Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Paraguay und Uruguay sollen so in den 1970er und 1980er Jahren mehr als 200 Oppositionelle getötet worden sein.
UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk begrüßte das Urteil des Obersten Gerichts: "Die kalkulierte Grausamkeit dieser Diktaturen hat bis heute tiefgreifende Auswirkungen auf die Familien der Opfer dieser schweren Menschenrechtsverletzungen."
In Chile wurden während der Diktatur nach offiziellen Angaben rund 33.000 Menschen aus politischen Gründen eingesperrt und gefoltert. Rund 3.200 Menschen starben an Folgen staatlicher Gewalt; 1.192 Menschen Gefangene verschwanden spurlos.