Geflüchtete unterstützen bei Hilfe für die Ukraine

Sie sind selbst gerade erst geflohen und helfen jetzt ihren Landsleuten von Deutschland aus: Zwei Hamburger Hilfsorganisationen haben sich zusammengeschlossen und bekommen täglich mehr Unterstützung – auch von ukrainischen Geflüchteten.

Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine werden zu Helfern.(Symbolbild)
Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine werden zu Helfern.(Symbolbild)epd-bild/Klaus Honigschnabel

Hamburg. Medikamente, Lebensmittel, Babynahrung, diese Dinge sind im gemeinsamen Spendenlager vom Verein „Der Hafen hilft“ und der Initiative „Hilfe für die Ukraine“ stark nachgefragt. „Drei voll bepackte 40-Tonner und elf Transporter haben sich von hier in den vergangenen zwei Wochen auf den Weg in die Ukraine gemacht“, berichtet Svenja Weil von „Der Hafen hilft“. Unter den Helfern waren zu Beginn vor allem in Hamburg lebende Ukrainer. Doch in den vergangenen Tagen sind zunehmend Menschen dazu gestoßen, die gerade erst aus der Ukraine in Hamburg angekommen sind, so Weil.

Hilfe, wo Hilfe gebraucht wird

„Hilfe für die Ukraine“ ist eine private Initiative, welche die Landsleute im Kriegsgebiet und auf der Flucht unterstützen soll. „Der Hafen hilft“ unterstützt die Initiative beim Sammeln von Geldspenden und Sachspenden, hilft mit personeller Unterstützung aus und bietet ein organisatorisches Dach.

Das Spendenlager sei ein Anknüpfungspunkt, an dem die Geflüchteten Menschen finden, mit denen sie sich in ihrer Muttersprache austauschen können. Außerdem ist die Arbeit im Lager eine Möglichkeit, den Menschen, die sich noch in ihrem Heimatland befinden, zu helfen. „Es tut ihnen gut, selbst aktiv zu sein, statt nur in ihrer Unterkunft zu sitzen“, sagt Weil. Das mache es auch möglich, Ablenkung zu finden und die eigene Situation zumindest für einige Stunden zu vergessen.

Transporte gelangen mit UN-Konvoi in die Ukraine

Was gebraucht wird, das erfährt das Team über die Kontakte der ukrainischen Helfer. Medikamente und medizinische Ausstattung wird teilweise direkt von Einrichtungen in der Ukraine angefragt. Um die Beschaffung der Medikamente kümmert sich der Verein „Der Hafen hilft“. „Spenden sind in dem Bereich nicht möglich, gerade wenn es um Dinge aus der Intensivmedizin geht“, sagt Weil. Der Verein kauft das Benötigte deshalb selbst im Großhandel ein. Über das Netzwerk „Ziviler Krisenstab“ konnte sich das Bündnis mit seinen Transporten den UN-Konvois anschließen. Anders sei ein Transport in die Ukraine kaum noch möglich. Die Hilfsgüter aus Hamburg wurden unter anderem in Kiew, Lwiw und Chernihiv verteilt.

Die übliche Arbeit von „Der Hafen hilft“ wird ebenfalls fortgeführt. Der Verein vermittelt seit mehr als zehn Jahren gut erhaltene Dinge vom Besteck bis zum Bett an soziale Einrichtungen und deren Klienten. Zurzeit steht die Einrichtung von Unterkünften für die Kriegsflüchtlinge im Fokus. Hierfür sucht der Verein vor allem Bettwaren wie Bettdecken und Kissen, am besten neuwertig. Diese und weitere Spenden können im Lager in der Stockmeyerstraße 43 abgegeben werden, mit dem Verweis „Der Hafen hilft“. Erbeten werden nur Spenden, die sich auf der Liste des Bündnisses finden: www.help-4-ukraine.com (epd)