Fußwaschung für Passanten in der Fuldaer Fußgängerzone

Warum stehen Geistliche mitten in Fulda und waschen Menschen die Füße? Im Interview mit dem Kölner Domradio gibt Stadtpfarrer Stephan Buß Auskunft darüber.

In Fulda waschen evangelische und katholische Geistliche Passanten die Füße. Am Gründonnerstag fand die traditionelle Fußwaschung in diesem Jahr in der Fußgängerzone statt, wie der katholische Stadtpfarrer Stephan Buß im Interview mit dem Kölner Domradio erklärte. "Wir wollen den Menschen dieses Zeichen der Nächstenliebe, der Zuwendung und der Dienstbereitschaft deutlich machen und über diese Form niederschwellig ins Gespräch kommen", so Buß.

Seine evangelische Kollegin, Pfarrerin Jana Koch-Zeißig, sei mit der Idee auf ihn zugekommen. Ziel sei es, in einer ökumenischen "Citypastoral" die Menschen zu erreichen und neu zu sensibilisieren. Vielen sei etwa gar nicht bewusst, dass eine Fußwaschung zu Gründonnerstag gehöre.

In diesem Jahr standen zwölf Stühle mit Waschschüsseln davor in der Fußgängerzone. Ehrenamtliche Helfer hätten dann Passanten angesprochen, ob sie bereit für eine Fußwaschung wären. "Es ist nicht nur für denjenigen, der wäscht, ein besonderes Erlebnis, sondern auch für diejenigen, die die Füße gewaschen bekommen", sagte Buß im Interview. Die Überwindung, die es für die Waschung brauche, mache deutlich, was dieses Zeichen damals bedeutet habe.

Der symbolträchtige Ritus der Fußwaschung am Gründonnerstag erinnert an die Demutsgeste Jesu, der den biblischen Berichten zufolge seinen Jüngern vor dem Abendmahl die Füße wusch. Auch Papst Franziskus war schon mehrfach am Gründonnerstag in Gefängnissen und wusch dort Häftlingen die Füße.

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