Jede vierte in ein Frauenhaus geflohene Frau muss sich einer Statistik zufolge an Kosten ihres Aufenthalts beteiligen. „Zur traurigen Wahrheit gehört nicht nur, dass in Deutschland über 14.000 Frauenhausplätze fehlen. Die uneinheitliche Finanzierung führt obendrein dazu, dass viele Frauen ihren eigenen Schutz selbst zahlen müssen oder gar keinen Zugang erhalten“, erklärte Christiane Völz, Vorstandsvorsitzende der Dachorganisation Frauenhauskoordinierung. Sie stellte in Berlin die „Frauenhaus-Statistik 2022“ vor.
Sie enthält die Daten aus Frauenhäusern im gesamten Bundesgebiet. Demnach waren im vergangenen Jahr 6.444 Frauen und 7.460 Kinder in 179 Schutzeinrichtungen untergebracht. Hochgerechnet auf die zusammen rund 400 Frauenhäuser sei davon auszugehen, dass 2022 rund 14.400 Frauen und 16.670 Kinder und Jugendliche Schutz in einem Frauenhaus fanden. „Wie viele Frauen aufgrund der zahlreichen Zugangshürden gar nicht erst den Weg ins Frauenhaus suchen oder abgewiesen werden müssen, wird statistisch nicht erfasst“, sagte Völz.
