Fränkische Forscher entwickeln neuen Ansatz gegen Lebertumoren

Forscher haben gezielt den Nährboden von Lebertumoren verändert. Diese können dadurch schwerer Metastasen bilden. Ein Forscher spricht von bislang unerreichten Therapiemöglichkeiten - auch, wenn es bis dahin noch dauert.

Ein fränkisches Forschungsteam hat einen neuen Ansatz vorgestellt, um Lebertumoren gezielter zu bekämpfen. Wie die Universität Erlangen-Nürnberg am Mittwoch mitteilte, geht dieser nicht gegen die Krebszellen direkt vor, sondern verändert die Umgebung des Tumors, damit dieser nicht so einfach in der Leber um sich greifen kann. Denn Therapien, die sich gegen die Krebszellen direkt richteten, scheiterten häufig an unterschiedlichen Gründen, unter anderem deren schlechter Erreichbarkeit und unerwünschten Nebenwirkungen.

Laut Angaben spielt dabei besonders ein Molekül namens NPY eine Rolle. Dieses werde in der Leber produziert und vermittle positive Signale für Zellmigration, Zellwachstum und Zellüberleben. Dadurch entstehe ein Mikromilieu, das Krebszellen mithilfe eines "Sensors" namens Y5R nutzten, um sich in der Leber zu verankern. Werde diese Kommunikation gestört, sei dies deutlich schwieriger; dem Tumor werde der Nährboden entzogen. In einem präklinischen Modell sei dies bereits erfolgreich durchgeführt worden.

"Wir zeigen, dass man die 'Sprache' der Leber so verändern kann, dass Metastasen gar nicht erst heimisch werden", sagte Laura Wormser, Erstautorin der neuen Studie. "Der Schritt weg von der Tumorzelle hin zur Organ-Nische eröffnet therapeutische Optionen, die bislang nicht erreichbar waren", lautet die Einschätzung von Studienleiter Peter Dietrich. Denn Metastasen seien die Hauptursache für krebsbedingte Todesfälle. Die Leber sei hierbei besonders häufig betroffen, unter anderem bei Schwarzem Hautkrebs, Darm-, Bauchspeicheldrüsen-, Magen- und Brustkrebs.

Als Nächstes sollen den Angaben zufolge der Feinschliff der Therapieform und Sicherheitsprüfungen folgen sowie der Weg in die frühe klinische Anwendung. Bis die Therapie wirklich reif zur Anwendung am Menschen sei, sei es aber noch ein weiter Weg.

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