Wissenschaftler der Universitäten Stuttgart und Hohenheim entwickeln ein künstliches Enzym für die industrielle Produktion von grünem Wasserstoff aus Biomasse. Ziel sei es, eine nachhaltige und wirtschaftliche Alternative zu Verfahren zu schaffen, die von fossilen Brennstoffen abhängen, teilte die Uni Stuttgart am Donnerstag mit.
Bisher scheitert die Herstellung von Wasserstoff aus Biomasse den Angaben zufolge an der Empfindlichkeit des dafür nötigen Enzyms. Die sogenannten Hydrogenasen sind zwar hocheffizient, werden aber durch Sauerstoff schnell zerstört. Das macht ihren Einsatz in der Praxis schwierig.
Das neue Enzym soll dieses Problem lösen. Es wird gezielt im Labor entworfen und soll widerstandsfähig gegen Sauerstoff sein, ohne an Leistungsfähigkeit zu verlieren. Die Forscher setzen dafür unter anderem auf Computersimulationen und Künstliche Intelligenz. „Wir wollen ein neuartiges, robustes und effizientes Enzym bauen, das es in der Natur so nicht gibt“, sagte Projektkoordinator Hajo Kries von der Universität Stuttgart.
Grüner Wasserstoff ist ein wichtiger Bestandteil der Energiewende. Er wird beispielsweise in der Schwerindustrie, in der Luftfahrt, zur Herstellung von Düngemitteln und zur Speicherung von Energie benötigt. Das Forschungsprojekt soll die Grundlagen dafür legen, diesen wichtigen Energieträger künftig im industriellen Maßstab herstellen zu können. Die Carl-Zeiss-Stiftung unterstützt das Projekt in den kommenden zwei Jahren mit 900.000 Euro. (2904/13.11.2025)