Forscher suchen unentdeckte Tier- und Pflanzenarten

Acht deutsche Forschungseinrichtungen, davon zwei in Stuttgart und Karlsruhe, haben sich zu einer Forschungsinitiative für die Artenvielfalt zusammengeschlossen. Das Projekt „Unbekanntes Deutschland“ verfolge das Ziel, die teils noch unbekannte Artenvielfalt der Bundesrepublik zu dokumentieren und zu analysieren, teilte die Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt am Main am Montag mit.

In Deutschland leben derzeit laut Artenlisten und den Bewertungen der Roten Liste etwa 48.000 Tierarten, 9.500 Pflanzenarten und 16.000 Pilzarten. Diese Zahlen gäben jedoch längst nicht die gesamte Vielfalt der Arten wieder, so die Forschungsinitiative. Diese besteht aus dem Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels, dem Naturkundemuseum Stuttgart, dem Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen, dem Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, dem Museum für Naturkunde in Berlin, dem Naturkundemuseum Karlsruhe, der Zoologischen Staatssammlung München und der Senckenberg-Gesellschaft für Naturkunde.

Die Forscher seien sich einig, dass Wirbeltiere und Gefäßpflanzen in Deutschland bereits relativ gut dokumentiert seien. Große Wissenslücken gebe es aber bei Insekten und anderen wirbellosen Tieren, Pilzen, Bakterien sowie Ein- und Mehrzellern. Um diese Arten zu erfassen, verwende das Forschungsteam unter anderem komplexe Datenbanken, mathematische Modelle und künstliche Intelligenz. So ließen sich Prozesse, die auf herkömmlichen Wegen mehrere Jahrhunderte dauern würden, deutlich beschleunigen.

Mit den gewonnenen Informationen über die Biodiversität Deutschlands wolle man in Zukunft bessere Maßnahmen zum Artenschutz entwickeln. Der Senckenberg-Generaldirektor Klement Tockner beschrieb die Forschungsinitiative als „eine enorme, aber notwendige Aufgabe, wenn wir den unumkehrbaren Verlust biologischer Vielfalt aufhalten wollen“. (2869/10.11.2025)

👋 Unser Social Media