Für das geplante Drei-Religionen-Projekt „House of One“ in Berlin ist eine neue Spendenkampagne gestartet. In den kommenden drei Monaten sollen bis zu 200.000 Euro gesammelt werden, teilte die Stiftung House of One am Samstag zum Auftakt in Berlin mit.
Dafür haben sich die Bethe-Stiftung aus Essen und die HeLe Avus Stiftung aus Berlin erneut verpflichtet, jeden gespendeten Euro bis zu einer Summe von 100.000 zu verdoppeln. Das Geld werde in die interreligiöse Bildungsarbeit und das Bauprojekt fließen.
Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, erklärte zum Auftakt der Spendenkampagne: „Mit dem House of One entsteht in Deutschland ein einzigartiger Ort des interreligiösen Dialogs – ein Ort, an dem Juden, Christen und Muslime nicht mehr nur nebeneinander existieren, sondern bewusst miteinander in Beziehung treten.“
Die Kampagne hat das Motto „Verschieden glauben, gemeinsam handeln“. Der Auftakt dazu war am Samstagnachmittag in der Berliner Max-Schmeling-Halle bei einem Heimspiel des Volleyball-Bundesligisten BR Volleys. Das Team unterstützt das „House of One“ schon länger.
Geschäftsführer Kaweh Niroomand sagte zur Begründung, „wir müssen die verbindenden Elemente in unserer Gesellschaft stärken und Brücken für den interkulturellen sowie interreligiösen Austausch bauen“. Gräben zu schließen und Gemeinsamkeiten zu finden werde in den kommenden Jahren wichtiger denn je.
Unter dem Dach des geplanten „House of One“ sollen am Standort der früheren Petrikirche in Berlin-Mitte künftig eine Kirche, eine Synagoge und eine Moschee Platz finden. Ziel des Projektes ist die friedliche Verständigung zwischen den Religionen.
Der Entwurf aus dem Jahr 2012 stammt von dem Architekturbüro KuehnMalvezzi. Die Grundsteinlegung war 2021. Die Fertigstellung hängt unter anderem von einer gesicherten Finanzierung ab.
Die Kosten für den geplanten Bau veranschlagte die Träger-Stiftung wegen gestiegener Baupreise zuletzt auf fast 70 Millionen Euro. Um Kosten einzusparen, sollen deshalb die Baupläne bis Mitte des Jahres überarbeitet werden, erklärte eine Sprecherin am Samstag. Hauptanliegen sei es nun, mit dem Finanzbudget von Spenden und Fördermitteln in Höhe von rund 40 Millionen Euro auszukommen.