Fachleute sehen gravierende Lücken bei Hilfe nach Suiziden

Wenn ein Mensch sein Leben selbst beendet, leiden laut Weltgesundheitsorganisation mindestens fünf Menschen massiv darunter. Doch diese Angehörigen brauchen mehr Hilfe - sowohl von Profis als auch vom eigenen Umfeld.

Eltern, die ein Kind durch Suizid verloren haben, brauchen spezielle Unterstützung: Das fordert die Sozialpsychiaterin Nathalie Oexle. Sie leitet die DE-LOSS-Studie der Universität Ulm, die den Umgang mit Suiziden untersucht. Auch jüngere Menschen bräuchten oft gezielte Hilfe, weil sie sich nach solch einem Verlust oft nicht ernstgenommen fühlten, sagte Oexle am Freitag bei einer Veranstaltung zu sozialer Unterstützung nach dem Verlust eines nahestehenden Menschen durch Suizid.

Besonders wichtig sei professionelle Unterstützung, wenn Hinterbliebene unter Schuld- und Schamgefühlen litten, sagte Julia Wöhrle, die ebenfalls zur Arbeitsgruppe Suizidprävention der Universität gehört. Darüber hinaus sei soziale Unterstützung gefragt, für die die Gesellschaft insgesamt sensibilisiert werden müsse.

Das Forschungsteam hat laut Angaben in zwei Teilprojekten einerseits qualitative Interviews mit Suizid-Hinterbliebenen geführt; andererseits fand eine Online-Befragung unter über 500 Betroffenen statt.

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