Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) stellt sich auf sinkende Einnahmen und einen Sparkurs ein. Die Kirche rechne bis 2027 mit einem strukturellen Defizit von 24 Millionen Euro, "wenn wir finanzpolitisch keine weiteren Maßnahmen zur Gegensteuerung ergreifen", teilte EKKW-Vizepräsidentin Katharina Apel am Dienstag in ihrem Finanzbericht mit. Der geplante Doppelhaushalt für 2024 und 2025 rechne mit einem Defizit von etwa 6,6 Millionen Euro. Die weitere mittelfristige Finanzplanung gehe von einem Haushaltsloch von 18,3 Millionen Euro aus. Alle kirchlichen Ebenen müssten zum Sparen beitragen.
Die Landeskirche verliert zudem weiter Mitglieder. Im Jahr 2022 verließen demnach rund 19.000 Gemeindemitglieder die EKKW; in diesem Jahr bis einschließlich Oktober weitere 15.400. Die Anzahl der Kirchenmitglieder sinke stetig und stärker als zunächst angenommen, sagte Apel. Damit erhalte die Kirche auch weniger Geld aus der Kirchensteuer. Dazu komme, dass die große Gruppe der geburtenstarken Jahrgänge mit aktuell hohem Einkommen in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehe.
Die EKKW ist mit etwa 715.000 Mitgliedern eine kleinere der 20 evangelischen Landeskirchen in Deutschland. Ihr Gebiet umfasst vor allem Nord- und Osthessen, berührt aber mit der Region Hanau auch den Frankfurter Ballungsraum.