Europaweite Razzien decken Menschenhandel auf

Sie schlachten Schweine, tragen Steine und pflegen Oma: Auch mitten in Europa werden Menschen ausgebeutet. Es geht um rund 400 mutmaßliche Opfer.
Europaweite Razzien decken Menschenhandel auf
Geflüchtete geraten immer wieder in die Hände von Menschenhändlern
Imago / Bihlmayerfotografie

Bei einer gemeinsamen Aktion gegen Arbeitsausbeutung haben Behörden europaweit in den vergangenen Wochen rund 400 mutmaßliche Opfer von Menschenhandel ausfindig gemacht. Insgesamt seien mehr als 22.000 Beschäftigte bei Polizei, Arbeits- und Steuerbehörden aus 32 Ländern beteiligt gewesen, teilte Europol in Den Haag mit.

93 mutmaßliche Menschenhändler wurden demnach ermittelt und 54 Personen festgenommen. Insgesamt leiteten die Behörden 341 neue Ermittlungsverfahren ein. Europol geht davon aus, dass Zwangsarbeit in Europa stark untererfasst ist. Die jetzt aufgedeckten Fälle zeigten nur einen Bruchteil der tatsächlichen Ausbeutung, hieß es.

Ähnliche Branchen und Missstände

Die Kontrollen fanden in zahlreichen Branchen statt - darunter Gastronomie, Landwirtschaft, Bau, häusliche Pflege, Logistik und Fleischverarbeitung. Die Missstände ähneln sich in vielen Ländern: zu geringe Löhne, zu lange Arbeitszeiten, Schuldknechtschaft, schlechte Unterkünfte und die Beschäftigung Minderjähriger. Auch kommt es vor, dass den Arbeitern Ausweispapiere und Reisedokumente abgenommen werden. Die beteiligten Behörden ergriffen laut Europol insbesondere auch Maßnahmen gegen die Ausbeutung von Nicht-EU-Bürgern und Geflüchteten.

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