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EU prüft Gamer-Forderung – Spiele sollen dauerhaft spielbar bleiben

1,3 Millionen Stimmen aus ganz Europa: Gamerinnen und Gamer wollen Spiele, die sie gekauft haben, auch langfristig spielen können. Nun muss die EU-Kommission entscheiden, ob sie Regeln für die Hersteller erlässt.

Durch eine Bürgerinitiative wird sich die EU-Kommission in den kommenden Monaten mit einem Anliegen von Gamern beschäftigen. Sie wollen Videospiele auch dann noch spielen können, wenn die Hersteller das Spiele-Angebot auslaufen lassen. Da knapp 1,3 Millionen Menschen aus allen Mitgliedstaaten ihre Unterstützung bekundeten, handelt es sich um die 14. erfolgreiche Europäische Bürgerinitiative, wie die Kommission am Montag in Brüssel mitteilte. Sie ist nun verpflichtet, das Anliegen zu prüfen, sich mit den Initiatoren zu beraten und spätestens nach einem halben Jahr zu begründen, ob sie einen Gesetzesvorschlag vorlegt oder nicht. Im EU-Parlament wird es eine Anhörung geben.

Die Initiative “Stop Destroying Videogames” fordert konkret, dass die Kommission die Herausgeber von Spielen verpflichten soll, die Spiele dauerhaft in einem funktionsfähigen Zustand zu belassen. Es geht um Games, die nur mit einer Internetverbindung oder Telemetrie spielbar sind. Aktuell könnten die Publisher diese von Ferne deaktivieren, indem beispielsweise der notwendige Support des Spiels eingestellt werde, so die Begründung. In anderen Branchen komme es normalerweise nicht vor, dass ein bereits an den Verbraucher verkauftes Produkt im Nachhinein zerstört werden könne, so die Initiatoren.

Ihnen geht es nach eigenen Angaben nicht darum, dass die Herausgeber alles für das Spiel notwendige dauerhaft zur Verfügung stellen müssen. Die Unternehmen sollten das Spiel aber im Fall des Einstellens in einem weiterhin spielbaren Zustand hinterlassen, etwa, indem sie Kunden die Möglichkeit geben, die notwendige digitale Infrastruktur für das Spiel selbst zu betreiben.

Die Europäische Bürgerinitiative ist ein Instrument der direkten Demokratie, das seit 2012 besteht. Es ermöglicht EU-Bürgern, die Europäische Kommission aufzufordern, einen Gesetzesvorschlag zu einem bestimmten Thema zu erarbeiten. Damit eine Initiative erfolgreich ist, müssen innerhalb eines Jahres mindestens eine Million Unterschriften aus mindestens sieben verschiedenen Staaten gesammelt werden. Die Kommission ist dann verpflichtet, die Initiative zu prüfen.